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Alfred R. – Ein Leben und ein Film
Georg Radanowicz (Schweiz 1972)


«(Radanowicz) lässt die witzige Frechheit seiner Kurzfilme hinter sich und wendet sich einem ernsten Thema zu, aufgrund von tatsächlichen Vorfällen, die ihn erschüttert haben: den letzten Augenblicken eines jungen Mannes, der beschlossen hat, die Welt zu verlassen, indem er sich eine Kugel ins Herz schiesst. Wie kam es zu dieser Tat? Radanowicz beantwortet die Frage nicht. Er widmet sich einer phänomenologischen Schilderung dieses Endes einer Existenz, indem er sie unterschneidet mit Tauchgängen im Gedächtnis der Figur, Tauchgängen, die nichts erklären, die aber ein geistiges Klima bestimmen, ebenso sehr wie sie von diesem bestimmt werden: die Unfähigkeit sich anzupassen, ein Malaise, das sich heimtückisch zur Neurose entwickelt und sachte jene Krankheit enthüllt, an der die Gesellschaft noch mehr leidet als Alfred R. – die Entmenschlichung der Räume, in denen er sich bewegen und leben muss, sterilisiert die Beziehungen, die ein Zeitgenosse der ersten Mondlandungen mit andern eingehen möchte. Alfred R. macht diese Erfahrung. Wie der Sauerstoff führt auch die Emotionalität, wenn sie sich verflüchtigt, zum Ersticken. Der letzte Akt von Alfred R. hat keinen anderen Beweggrund: diese Flamme verlischt. Klugerweise verweigert Radanowicz eine psychologische Analyse.» (Freddy Buache: Le cinéma suisse, L'Age dʼhomme 1974)

Drehbuch: Georg Radanowicz, Urs Lüthi, Giovanni Blumer, Heinz Hänni
Kamera: Werner Zuber, Otmar Schmid, Georg Radanowicz
Musik: Steve Lacy, Irène Aebi, Anton Bruhin, Steve Potts
Schnitt: Georg Radanowicz, Heinz Berner

Mit: Xavier Koller (Alfred R.), Christoph Schwegler (Off-Sprecher), Anneliese Betschart (Off-Sprecherin)

84 Min., sw, Digital HD, D

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Fr.,
26.4.2019
18:15
anschl. Gespräch mit Georg Radanowicz und Fredi Murer, Moderation: Marcy Goldberg)