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Le voyage imaginaire
René Clair (Frankreich 1926)

Der schüchterne Bürolist Jean ist verliebt in die Stenotypistin Lucie, aber seine forscheren Kollegen Albert und Auguste durchkreuzen seine romantischen Pläne. In Träumen versunken, reist Jean in ein Märchenland, wo er zahlreiche Feen vor einem Fluch retten muss. Lucie, Albert und Auguste verschlägt es ebenfalls in dieses wundersame Reich, dessen Zauber allerdings bald unter dem Einfluss einer bösen Fee ins Bedrohliche kippt. Jean wird in einen Hund verwandelt und muss um sein Leben bangen; beim gruseligen Showdown in einem Wachsfigurenkabinett greift die Nachbildung von Charlie Chaplins Tramp ins Geschehen ein.
Ursprünglich als Vehikel für den Tänzer Jean Börlin konzipiert, gestattet Le voyage imaginaire dem Regisseur fast so viele cineastische Gags und schrullige Einfälle wie Entr’acte. Das Traum- und Märchenhafte, das den Film dominiert, wird in etwas abgemilderter Form auch spätere Werke von Clair kennzeichnen; die Inszenierung an Pariser Originalschauplätzen steht in einem krassen Kontrast zu den verspielten Feenland-Dekors und der Künstlichkeit des Wachsfigurenkabinetts Musée Grévin. (mb)

Drehbuch: René Clair
Kamera: Jimmy Berliet, Amédée Morrin

Mit: Dolly Davis (Lucie), Jean Börlin (Jean), Albert Préjean (Albert), Jim Gérald (Auguste), Paul Ollivier (Bankdirektor), Maurice Schutz (die Hexe), Yvonne Legeay (die böse Fee), Marguerite Madys (Urgel, die gute Fee)

71 Min., sw, 35 mm, Stummfilm, e Zw'titel

Vorfilm

René Clair (Frankreich 1924)

Der Künstler Francis Picabia bat René Clair, einen Pausenfüller für eine Aufführung des Ballet Suédois in Paris zu gestalten, und gab ihm eine Ideenskizze mit. Clair schuf daraus eine dadaistische, teils frenetisch montierte Bildcollage ohne Handlungsfaden, die das Publikum schockieren und amüsieren sollte. Vor der Kamera mit von der Partie waren weitere Avantgardisten wie Man Ray und Marcel Duchamp (die auf einem Dach Schach spielen) sowie Picabia und Clair selbst (in kurioser Aufmachung), der schwedische Tänzer Jean Börlin als Zauberer und Erik Satie, der eine Musik zum Film komponierte. Letztere ist inzwischen die einzige Vertonung, die vom Rechteinhaber gestattet ist. (mb)

Drehbuch: Francis Picabia, René Clair
Kamera: Jimmy Berliet
Musik: Erik Satie

Mit: Jean Börlin (Jäger, Magier), Inge Friss (Ballerina), Francis Picabia (ein Mann), Man Ray (ein Schachspieler), Marcel Duchamp (ein Schachspieler), Erik Satie, Georges Auric

22 Min., sw, DCP, Stummfilm


René Clair (Frankreich 1928)

«Als ich Paris qui dort fertiggestellt hatte, interessierte mich der Eiffelturm so sehr, dass ich das Gefühl hatte, ich hätte ihn nicht ausreichend erkundet, weil das Skript von mir erforderte, schneller zu drehen. Also bat ich die kleine Firma (Albatros), für die ich arbeitete, mir gratis eine Kamera zu leihen, weil ich einen Film zu meinem eigenen Vergnügen machen wolle, was ich dann auch getan habe.» (René Clair, zitiert in: Celia McGerr: René Clair, Twayne Publishers, 1980)
Paris qui dort wird derzeit restauriert und kann bis auf weiteres leider nicht vorgeführt werden; so bleibt La tour in unserer Retrospektive der einzige Tribut an den Turm.

Filmkopie von La tour: Cinémathèque française


Kamera: Georges Périnal, Nicolas Roudakoff
Schnitt: René Clair

12 Min., sw, 35 mm, Stummfilm

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Do.,
13.12.2018
20:45
Stummfilme mit Live-Begleitung von Günter A. Buchwald und Bruno Spoerri; Fr. 23.--/18.--)