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When Jazz Scores

Die 1960er-Jahre: eine Zeit des Aufbruchs – politisch, gesellschaftlich und auch ästhetisch. Im Kino geraten die Regeln des klassischen Erzählens ins Wanken, im Jazz die vertrauten Formen. «When Jazz Scores» setzt dort an, wo sich diese Bewegungen kreuzen und gegenseitig elektrisieren: Regisseur:innen wie Shirley Clarke, John Cassavetes oder Louis Malle suchen für ihre Filme den Rhythmus im Jazz. Künstler wie Miles Davis, Martial Solal, Quincy Jones oder Herbie Hancock bringen aber nicht einfach ihre Musik ins Kino – ihre Handschrift verändert Tempo, Atmosphäre und Erzählweise der Filme und manchmal die ganze Dramaturgie. Improvisation trifft auf Montage, Cool Jazz auf urbane Entfremdung, Free Jazz auf gesellschaftliche Unruhe, Funk auf Black Cinema. Der Filmemacher wird zum Musiker. Der Musiker zum Erzähler. Ein Pas de deux ohne Choreografie. Die Reihe führt von Paris über Rom und Warschau bis nach Tokio, New York und in den kolonialen Nordosten Brasiliens – und endet mit Round Midnight als melancholischem Rückblick auf eine Ära, in der Jazz nicht nur Soundtrack, sondern Ausdruck einer neuen Freiheit war. Mehr >