Nüschelerstrasse 11, 8001 Zürich, Kinokasse 044 211 66 66

< Zurück
  • trailer
Cinema Futures
Michael Palm (Österreich/Indien/Norwegen/USA 2016)

«Mit Blick auf ein steinzeitliches Grab im Naturhistorischen Museum in Wien und auf ägyptische Mumien bringt Palm in seinem klug aufgebauten Essayfilm, der vom Österreichischen Filmmuseum anlässlich seines 50-Jahr-Jubiläums in Auftrag gegeben wurde, das Spannungsfeld von Vergänglichkeit und Bewahrung ins Spiel. Die Funktion des Films als Bewahrer persönlicher Erinnerungen, an den mit Home-Movies erinnert wird, steht die Dimension des Films als Kulturgut gegenüber, die von Regisseur Michael Palm durch klug montierte Ausschnitte aus Klassikern wie Vertigo, The Lady from Shanghai, Lawrence of Arabia und Taxi Driver bewusst gemacht wird.
Michael Palm spielt in seinem Film – oder vielmehr seinem File, denn gedreht wurde digital – nicht analog gegen digital aus, sondern lässt nüchtern Positionen aufeinanderprallen. Ohne in Nostalgie zu verfallen, macht er die besondere Qualität des analogen 35 Millimeter-Materials sichtbar, zeigt aber auch anschaulich die Möglichkeiten heutiger Filmrestaurierung. Auch diese bleiben nicht unwidersprochen – wird doch die Frage aufgeworfen, ob ein perfektes, staubfreies Filmbild überhaupt sinnvoll ist. Immer wieder geht der Blick vom Status quo in die Zukunft: Und hier zeigt sich, wie problematisch die Archivierung digitaler Filmkopien ist, wo doch die Daten bei Systemänderungen nicht mehr gelesen werden können. So bleibt letztlich zur dauerhaften Bewahrung von Filmgeschichte – trotz der technischen Revolution – doch einzig wieder die Archivierung auf analogem Filmmaterial.» (Walter Gasperi, Die Furche 17/2017)

Drehbuch: Michael Palm
Kamera: Jörg Burger
Musik: Michael Palm
Schnitt: Michael Palm

Mit: Martin Scorsese, Christopher Nolan, Apichatpong Weerasethakul, Tacita Dean, David Bordwell, Paolo Cherchi Usai, George R. Willeman, Nicole Brenez

126 Min., Farbe + sw, DCP, D+E/d

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Do.,
1.11.2018
18:00
anschl. Frédéric Maire im Gespräch mit Sarah Elena Schwerzmann)