Die Wiederentdeckung von Anja Breiens Schlüsselwerk Wives (1975) im vergangenen Jahr war ein Ereignis, das lange nachhallte. Als feministische Antwort auf John Cassavetes’ Husbands (1972) konzipiert, steht dieser Film mit seiner Mischung aus intimer Chronik und politischer Reflexion stellvertretend für das gesamte Werk der norwegischen Filmemacherin. Ihre Filme, die sich mit sicherer Hand zwischen Komödie, Familiendrama und Kostümfilm bewegen, wurden zu ihrer Entstehungszeit im Kino und auf internationalen Filmfestivals mit grossem Erfolg gezeigt – und doch gerieten sie in Vergessenheit. Anja Breien ist diesen Mai im Alter von 85 Jahren gestorben. Ihre Filme sind nun aber dank ganz neuen Restaurierungen wieder verfügbar. Ausgehend von ihrer gefeierten Wives-Trilogie präsentiert das Filmpodium einen Querschnitt durch dieses dringend zu entdeckende Werk.