Meryl Streep ist Modell und Gegenentwurf in einem. Eine Frau, die seit einem halben Jahrhundert an der Spitze Hollywoods strahlt und noch lange nicht ans Aufhören denkt; eine Frau, die sich dem Druck der schnelllebigen, oberflächlichen Filmindustrie nie gebeugt hat, sondern Integrität stets an erste Stelle stellte. Meryl Streep, so schlagfertig wie anmutig, so anspruchsvoll wie bodenständig, setzte im Lauf ihrer Karriere ihre eigenen Standards und liess sich weder in Genres oder Rollenfächer noch in einen Prominenten-Stereotyp zwängen. Immer wieder brach sie Erwartungen, liess Komödien auf Melodramen folgen, wählte Literaturadaptionen und Biopics mit Bedacht und Intention. Meryl Streep zog es dabei stets zu eigenständigen, komplexen und rätselhaften Frauenfiguren. Ob scheinbar herzlose Mutter, eiskalte Karrierefrau oder kämpferische Whistleblowerin – in einem Blick, in einer präzis gesetzten Geste fasst Streep den ganzen Facettenreichtum ihrer Figuren zusammen und enthüllt Stärke und Verletzlichkeit als zwei Seiten einer Medaille. In unserer Retrospektive begleiten wir die Ausnahmeschauspielerin von ihrem Durchbruch 1978 in The Deer Hunter bis zu ihrem gefeierten Comeback als Miranda Priestly im in diesem Frühling erschienenen The Devil Wears Prada 2. Mehr >