«Der japanische Film, so schrieb Yasuzo Masumura 1954, beschreibt nichts anderes als das Verhalten jener Menschen, die in der Gesellschaft gefangen sind. (…) Er beschreibt die Vernichtung von Freiheit.» Zwischen 1957 und 1982 schuf Masumura ein stürmisch-mitreissendes Werk über Menschen, die sich im Angesicht von patriarchalen Strukturen, Militarismus oder einer allumfassenden Konsumgesellschaft ihre Freiheit nicht nehmen liessen. Seine Filme, mal verspielt satirisch, dann wieder verstörend düster, schlugen neue Schneisen in die japanischen Filmlandschaft und machten ihn zu einem der wichtigsten Nachkriegsregisseure des Landes sowie zum Vorbild für Filmschaffende wie Nagisa Oshima. Das Filmpodium widmet dem vor vierzig Jahren verstorbenen Regisseur die erste Retrospektive in der Schweiz und präsentiert die Filme in neuen Restaurierungen. Im Zentrum stehen dabei die Arbeiten, die er in den 1960ern drehte, die nicht zuletzt durch die kongeniale Zusammenarbeit mit einer der berühmtesten Schauspielerinnen Japans geprägt wurden: Ayako Wakao stand in vielen seiner Filme vor der Kamera, und gemeinsam schufen sie ein Werk, das grosse Wagnisse einging und für einen ästhetischen wie politischen Aufbruch stand. Mehr >