Nüschelerstrasse 11, 8001 Zürich - 044 415 33 66

< Zurück

Vorschau: Suso Cecchi DʼAmico: Drehbuchautorin, Handwerkerin, Komplizin

Ein viel zu unbekannter Name zieht sich wie ein roter Faden durch die italienische Nachkriegsfilmgeschichte: Suso Cecchi D’Amico, Drehbuchautorin einer Nation. Vom Neorealismus-Klassiker Ladri di biciclette bis zu I soliti ignoti, der die Commedia all’Italiana einläuten sollte, von Viscontis opulenten Historiendramen bis zu Rosis politischer Schärfe – fast jedem Genre, fast jeder italienischen Regiegrösse lieh Cecchi D’Amico im Laufe ihrer sechzigjährigen Karriere ihr herausragendes erzählerisches Gespür. Wie nebenbei krempelte sie eine Männerdomäne um und schrieb Filmdiven wie Anna Magnani oder Sophia Loren einige ihrer ikonischsten Figuren auf den Leib. Ihre Stoffe fand sie bei Dostojewski und Casanova genauso wie in den Strassen Roms; sie sprach mit Arbeiter:innen und Gefängnisinsass:innen, wühlte sich durch Gerichtsakten und trotzte der staatlichen Zensur, wo sie nur konnte. Mit derselben Furchtlosigkeit wagte sie sich an solch epochale Werke wie Lampedusas Roman «Il Gattopardo» – und kürzte dabei auch mal radikal das Ende weg. Anlässlich unserer Retrospektive spricht Schauspielhaus-Co-Intendantin Pınar Karabulut am 9. April mit der Filmemacherin Andrea Štaka über ihre eigene gefeierte Adaption von «Il gattopardo» und würdigt Suso Cecchis D’Amicos Arbeit für den grossen italienischen Filmklassiker.