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Neue Dokumentarfilme

16. FEBRUAR BIS 31. MÄRZ 2018

Acht Filme aus verschiedenen Gegenden der Welt, von der «klassischen» Dokumentation bis zum experimentellen Werk. Eins haben sie gemeinsam: Sie verdienen es, im Kino erlebt zu werden. Dazu erwarten wir einige Gäste, die ihre Filme persönlich präsentieren.
Zusammen mit seiner Tochter Kiki Yu Tianqi porträtiert Yu Haibo chinesische Maler, die im Akkord berühmte Ölgemälde kopieren. geht aber weiter und stellt letztendlich Fragen nach Kunst und Authentizität. Das Nordkorea in Under the Sun präsentiert sich zunächst wie ein inszeniertes Theater über den Alltag einer Vorzeige-Familie. Doch der Russe Vitaly Mansky lässt sich nicht instrumentalisieren. Seine Kamera läuft (heimlich) auch dann, wenn scheinbar nicht gedreht wird. Mitten in aktuelle Debatten zum Datenschutz versetzt uns David Bernet mit Democracy – Im Rausch der Daten. Wir sind quasi live dabei bei der Erarbeitung eines neuen Gesetzesentwurfs im EU-Parlament.
Aus flirrenden 16-mm-Bildern aus der Wüste zwischen Mexiko und den USA und aus Interviews gestalten Joshua Bonnetta und J. P. Sniadecki in El mar la mar eine stimmungsvolle Bild- und Toncollage. Sniadecki ist einer der Vertreter des Harvard Sensory Ethnography Lab, das einige der gewagtesten und faszinierendsten Dokumentarfilme des letzten Jahrzehnts hervorgebracht hat. Das wohl bekannteste Duo aus diesem Filmlabor sind Véréna Paravel und Lucien Castaing-Taylor. In somniloquies lassen sie uns eintauchen in die nächtlichen Tonaufnahmen des Songwriters Dion McGregor, der im Schlaf detailreich seine absurd-komischen Träume erzählt. Der Österreicher Nikolaus Geyrhalter führt seine visuell-poetischen Landschafts-Erkundungen fort: Homo sapiens zeigt – entgegen dem Titel – menschenleere Bauruinen aus aller Welt. Ein umwerfendes Filmgedicht.
Wie lässt sich das Leben eines Menschen verfilmen? Auf der Suche nach einer Form realisiert Robert Greene Kate Plays Christine. Darin gibt die Schauspielerin Kate Lyn Sheil eine Schauspielerin namens Kate, die Christine, eine verstorbene TV-Journalistin spielen soll. Ist das noch ein Dokumentarfilm? Oder vielleicht doch nicht? Ein anderer Weg könnte sein, das Leben zu filmen, während man es lebt. Vor sieben Jahren machten die Schweizer Béatrice und Nasser Bakhti Furore mit ihrer Langzeitstudie Romans d’ados über Jugendliche aus der Romandie. Jetzt legen sie mit den Romans d’adultes nach; der Film des Lebens geht weiter.
Primo Mazzoni