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Max Haufler, «Der Stumme»
Richard Dindo (Schweiz 1983)

BUCHPRÄSENTATION «RICHARD DINDO, ERINNERUNGSARBEITER»

ca. 10', anschl. MAX HAUFLER, «DER STUMME»

Richard Dindo (1944–2025) war ein herausragender Exponent des Schweizer Dokumentarfilms. Mit seinen Filmen hat er immer wieder aufgerüttelt und tief auf das helvetische Selbstverständnis eingewirkt. Ausgehend von der Prämisse, dass Nichterinnerung Selbstzerstörung ist, begibt sich Martin Walder in seinem neuen Buch «Richard Dindo. Erinnerungsarbeiter» auf einen Streifzug durch das Werk, in dem die Erinnerung an Widerständige, an Rebellen und Träumer im Zentrum steht. Im Anschluss an die Buchpräsentation folgt Dindos Film Max Haufler, «Der Stumme», die mehrfache Evokation einer Suche nach dem Vater, die in Dindos Enquêten immer wieder aufscheint.

«Max Haufler war Maler, Filmregisseur und – obwohl er die Schauspielerei hasste – als Schauspieler sehr erfolgreich. Er prägte den Schweizer Film der 1940er- und 1950er-Jahre und spielte in Werken von Kurt Früh, Franz Schnyder, Leopold Lindtberg und sogar in Orson Welles’ Der Prozess mit. Sein Traum war es, eigene Spielfilme zu drehen. Doch nach seinem Zirkusfilm Menschen, die vorüberziehen (1942) konnte er nie wieder einen Film in eigener Regie realisieren. Mit Otto F. Walters Roman ‹Der Stumme› glaubte er 1960, einen geeigneten Stoff gefunden zu haben. Vergeblich suchte Haufler nach einer Finanzierung, 1965 nahm er sich das Leben. Richard Dindo machte sich 18 Jahre später diese Geschichte zu eigen und führte eine doppelte Ermittlung durch: Er filmte die Tochter Janet Haufler auf der Suche nach Spuren ihres Vaters und findet ihn in seinen Filmrollen. Und er inszenierte Fragmente des Romans, in denen Janet Haufler die Rolle des stummen Sohnes spielt. Vielen gilt Max Haufler, ‹Der Stumme› als Dindos schönster Film. Martin Schlappner schrieb anlässlich der Premiere in der NZZ: ‹Formal ist dieser Film ein Meisterstück. Die filmische Lektüre des Stummen bringt Bilder bei, die dem Text als Erweiterung dienen und dem Zuschauer einen Freiraum für die Entfaltung eigener Gefühle schaffen.›» (Kinok)

Drehbuch: Richard Dindo, Otto F. Walter
Kamera: Rainer Trinkler
Schnitt: Richard Dindo, Rainer Trinkler

90 Min., Farbe + sw, DCP, Dialekt

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