Der Wunschfilm unseres Fördervereins
«Als krönender Abschluss von Orson Welles’ aussergewöhnlicher Filmkarriere war Chimes at Midnight der Höhepunkt der lebenslangen Faszination des Filmemachers für Shakespeares ultimativen Lebemann und Tunichtgut Sir John Falstaff. Falstaff, normalerweise eine komische Nebenfigur, der treue, oft betrunkene Freund von Prinz Hal, dem eigensinnigen Sohn von König Heinrich IV., steht hier im Mittelpunkt: ein robust-komischer und letztlich tragischer Antiheld, gespielt von Welles mit bedrohlicher, rumpelnder Anmut. Welles integrierte Elemente aus den beiden ‹Heinrich IV.›-Stücken sowie aus ‹Richard II.›, ‹Heinrich V.› und ‹Die lustigen Weiber von Windsor› und schuf einen düsteren und unorthodoxen Shakespeare-Film, der, wie er sagte, ‹eine Klage über den Tod des fröhlichen England› sei. Poetisch, philosophisch und eindringlich – mit einer dynamischen Kampfszene als Kernstück, die es mit jedem anderen Werk des Regisseurs aufnehmen kann – ist Chimes at Midnight ebenso monumental wie die Figur, die im Mittelpunkt steht.» (Criterion Collection, Aug 2016)
Drehbuch: Orson Welles, nach Motiven aus Stücken von William Shakespeare
Kamera: Edmond Richard
Musik: Angelo Francesco Lavagnino
Schnitt: Fritz Mueller
Mit: Orson Welles (Falstaff), Keith Baxter (Prince of Wales, später Henry V), John Gielgud (Henry IV), Jeanne Moreau (Doll Tearsheet), Margaret Rutherford (Mrs. Quickly), Norman Rodway (Henry Percy, genannt «Hotspur»), Marina Vlady (Kate Percy), Alan Webb (Justice Shallow), Tony Beckley (Poins), Walter Chiari (Mr. Silence), Fernando Rey (Worcester), Michael Aldridge (Pistol)
116 Min., DCP, E