«My Father Is My Mother ist Brockas Liebeserklärung an eine damals gesellschaftlich unsichtbare Randgruppe, zu der er selbst gehörte: die queere Community. Die philippinische Comedy-Legende Dolphy spielt Dioscoro «Coring» Derecho, einen schwulen Friseur mittleren Alters, der ein einfaches, aber unkonventionelles Leben führt: Tagsüber arbeitet er im Salon, nachts verwandelt er sich in eine Dragqueen. (…) Corings Welt wird auf den Kopf gestellt, als sein Schwarm Dennis mit einem Baby vor der Tür steht und es in Corings Obhut gibt. Als der Junge, Nonoy, älter wird, sieht sich Coring dazu gezwungen, sein queeres Doppelleben vor ihm zu verbergen.» (Noli Manaig, Closely Watched Frames, 29.4.2013)
«Jahrzehntelang waren schwule Männer in Komödien oft eindimensionale Comic-Relief-Figuren, unbedeutende Charaktere, die zum Ziel von Witzen wurden. Es wäre geradezu eine Untertreibung, zu behaupten, dass Lino Brocka mit dem wichtigen Drama My Father Is My Mother mit dieser Tradition gebrochen hat. Mit dem «König der Komödie» Dolphy in der Hauptrolle stellte der Film die damalige gesellschaftliche Haltung Homosexualität gegenüber infrage, indem er das Leben eines schwulen Mannes zeigte, der in der Lage ist, nicht nur ein kompetenter Elternteil zu sein, sondern auch Vater und Mutter in einem.» (Manoj Paniker, Letterboxd, 24.9.2025)
Drehbuch: Orlando Nadres
Kamera: Jose Batac Jr.
Musik: Lutgardo Labad
Schnitt: Augusto Salvador
Mit: Dolphy (Dioscoro «Coring» Derecho), Niño Muhlach (Nonoy), Phillip Salvador (Dennis), Marissa Delgado (Mariana)
116 Min., Farbe, 35 mm, OV/e