Vancouver Island, Ende der 90er-Jahre: Eine sechsköpfige Familie aus Ungarn bezieht ihr neues Zuhause. Durch die Augen der achtjährigen Sasha erleben wir die komplexe Gefühlswelt einer Familie, die von dem zunehmend selbstzerstörerischen Verhalten des ältesten Sohnes Jeremy überschattet wird. Jahrzehnte später sucht die erwachsene Sasha, nun eine Filmemacherin, in den Landkarten ihres Bruders, den Camcorder-Aufnahmen ihres Vaters und ihren eigenen fragmentarischen Erinnerungen nach Antworten darauf, ob die Dinge auch einen anderen Lauf hätten nehmen können. (lf)
«Es liegt eine zurückhaltende Wärme in Romvaris sorgfältig ausgearbeitetem Porträt des alltäglichen Familienlebens, das sie mit ihrer dokumentarischen Liebe zum Detail zu einer mitreissenden, lebendigen Darstellung des 90er-Jahre-Vorstadtlebens macht. (…) Im Gegensatz zur Zärtlichkeit und zur Erinnerungsunschärfe des ersten Teils des Films sind die Einblicke in Sashas Gegenwart als Erwachsene klar und gelegentlich schonungslos ehrlich (…). Sasha muss erkennen, dass ihre Fragen sich mit der Zeit immer weniger beantworten lassen, obwohl Jeremys Schicksal sie weder als Mensch noch als Künstlerin je loslassen wird. So ist auch das eindrucksvollste Bild des Films gleichzeitig sein rätselhaftestes: Die erwachsene Sasha, zurück in ihrem Kinderzimmer, flüstert ihrem lächelnden jüngeren Ich heimlich etwas ins Ohr.» (David Robb, 4.9.2025, Slant Magazine)
Das beeindruckende Spielfilmdebüt von Sophy Romvari wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt und befindet sich auf mehreren Bestenlisten des Jahres 2025.
Kamera: Maya Bankovic
Musik: Amanda Clemens, Jody Colero
Schnitt: Kurt Walker
Mit: Eylul Guven (Sasha (als Kind)), Amy Zimmer (Sasha (als Erwachsene)), Iringó Réti (Mutter), Ádám Tompa (Vater), Edik Beddoes (Jeremy), Liam Serg (Henry), Preston Drabble (Felix), Lucy Turnbull (Emma), Jecca Beauchamp (Becky)
90 Min., Farbe, DCP, E+Ung/e