«Nach der Erstaufführung nur selten gezeigt und zeitweise gar als verschollen vermutet, ist Bona eine Geschichte über Besessenheit, in der Regisseur Lino Brocka und die Schauspielerin Nora Aunor zur Höchstform auflaufen. Zu Beginn, als die junge Bona dem drittklassigen Schauspieler Gardo das Mittagessen ans Set bringt, scheint alles noch eine unschuldige Schwärmerei. Doch als sie sich um den verletzten Schauspieler kümmert, nachdem er von einer Bande von Schlägern angegriffen worden ist, gerät alles ausser Kontrolle. Entgegen dem Willen ihrer Familie zieht sie bald in Gardos Hütte und kümmert sich fast mütterlich um ihn – sie kocht, putzt und finanziert sogar sein Leben als Slum-Casanova. Was ihr Verhalten antreibt, ist schwer zu erklären – es lässt sich weder auf pathologisches Verlangen noch auf traditionelle gesellschaftliche Strukturen oder Geschlechterrollen zurückführen –, was dem Film eine buñuelsche Note verleiht.» (Salvador Amores, Viennale, Okt 2024)
Nora Aunor gilt mit über 200 Spielfilmen als grösster weiblicher Star der philippinischen Filmgeschichte und war auch Koproduzentin des Films, was insofern überraschte, als sie eine für sie unübliche, alles andere als glamouröse Rolle spielte. Zunächst 1981 in der Quinzaine des réalisateurs gezeigt, lief die restaurierte Version von Bona auch 2024 in der Sektion der Cannes-Classics. (tb)
Drehbuch: Cenen Ramones
Kamera: Conrado Baltazar
Musik: Max Jocson, Lutgardo Labad
Schnitt: Augusto Salvador
Mit: Nora Aunor (Bona), Phillip Salvador (Gardo), Marissa Delgado (Katrina), Raquel Monteza (Nancy), Venchito Galvez (Bonas Vater), Rustica Carpio (Bonas Mutter)
88 Min., Farbe, DCP, OV/e