Als in einer Nervenheilanstalt ein neuer Chefarzt (Gregory Peck) eingestellt wird, entpuppt er sich rasch als junger Mann mit tadellosem Auftreten und charmantem Lächeln – aber leider ohne Gedächtnis. Die Psychiaterin Dr. Constance Petersen (Ingrid Bergman) verliebt sich und hält selbst zu ihm, als er als Hochstapler und möglicher Täter entlarvt wird. Sie beschliesst, ihren Patienten vor Mordverdacht, Polizei und seiner eigenen Psyche zu retten. Gemeinsam fliehen sie durch verschneite Landschaften, analysieren Träume, stolpern über verdrängte Kindheitstraumata und kommen sich so näher. Spellbound ist nur als Nebenschauplatz Kriminalfilm, sondern hauptsächlich eine stilisierte, dramaturgisch orchestrierte Auslegung Freudʼscher Tiefenpsychologie, noch dazu in schamlos publikumstauglicher Lesung – zur Verdeutlichung ist sogar ein älterer, bärtiger, mit schönem deutschen Akzent sprechender Psychiater mit von der Partie. In einem modernen Mythensystem löst Hitchcock das Versprechen ein, dass Bilder und Symbole das Unbewusste darlegen und ordnen können. Bei der berühmten Traumsequenz – einer Art «Kunstwerk am Film» – steht ihm hierzu der spanische Surrealist Salvador Dalí hilfreich zur Seite. Ein Film, der Wissenschaft, Kunst und therapeutische Liebe mit eleganter Selbstironie verbindet. (tb)
Drehbuch: Ben Hecht, Angus MacPhail, nach dem Roman «The House of Dr. Edwardes» von Francis Beeding
Kamera: George Barnes, Traumsequenzen: Salvador Dalí
Musik: Miklós Rózsa
Schnitt: Hal C. Kern
Mit: Ingrid Bergman (Dr. Constance Petersen), Gregory Peck (John Ballantine alias Dr. Anthony Edwardes), Michael Chekhov (Dr. Alex Brulov), Leo G. Carroll (Dr. Murchison), John Emery (Dr. Fleurot), Rhonda Fleming (Mary Carmichael), Norman Lloyd (Mr. Garmes), Bill Goodwin (Hausdetektiv), Donald Curtis (Harry), Steven Geray (Dr. Graff), Alfred Hitchcock (Mann, der mit Geigenkasten aus Lift aussteigt)
111 Min., sw, DCP, E/d