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Wênd Kûuni
Gaston Kaboré (Burkina Faso/Frankreich 1982)

English text below

Als ein Händler einen stummen Jungen im Busch findet, nimmt er ihn mit zum nächsten Dorf und übergibt ihn dem Weber Tinga, der ihn bei sich aufnimmt. Der Junge wird Wênd Kûuni, «Geschenk Gottes», genannt und bekommt die Aufgabe, die Schafe zu hüten und Tingas Stoffe auf dem Markt zu verkaufen. Der Junge findet seine Sprache erst dann wieder, als er Zeuge eines tragischen Ereignisses wird.
Gaston Kaborés Wênd Kûuni, einer der ersten langen Spielfilme aus Burkina Faso, ist ein Klassiker des afrikanischen Kinos.
«Wênd Kûuni thematisiert wie viele afrikanische Filme der 80er-Jahre die vorkoloniale Zeit und verwendet eine komplexe Zeitstruktur. (...) Der Film war ein ebenso vielversprechendes Debüt wie Forugh Farrochzads The House Is Black im Iran zwanzig Jahre zuvor. (...) Die Geschichte handelt von einem stummen Kind, das von seiner leiblichen Familie vertrieben und von einem ganzen Dorf adoptiert wird, und thematisiert den Wert der vorkolonialen Solidarität. Der Junge, von einem Laienschauspieler gespielt, wird aus seinem stummen Zustand aufgerüttelt, als er die an einem Baum aufgehängte Leiche eines Mannes aus dem Dorf findet. Nach und nach erzählt er von den Ereignissen, die sein Trauma bewirkt haben. Was damals viele Filmemacher beeindruckte und den Film sehr einflussreich machte, war die Art, wie Kaboré mithilfe von Rückblenden und Geschichten in Geschichten die Frage stellte: ‹Was ist aus unserem Gedächtnis gelöscht worden?›, wobei er das Format eines traditionellen Märchens verwendete und auf spezifische zeithistorische Bezüge verzichtete.» (Mark Cousins: The Story of Film, Pavilion 2020)

"Gaston Kaboré's Wênd Kûuni, like many African films of the 1980s, took pre-colonial times as its theme and used a complex time structure. (…) Wênd Kûuni, made in Burkina Faso in 1982, one of the country's first films, was as auspicious a début as Forough Farrokhzad's The House is Black in Iran twenty years earlier. (…) The story is of a speechless child driven away from his birth family and adopted by a whole village, its theme the value of pre-colonial solidarity. The boy, played by a non-professional actor, is jolted from his mute state whe he finds the dead body of a man from the village hanging in a tree. Gradually he tells of the events which initiated his trauma. What struck many filmmakers at the time and what made it hugely influential was how Kaboré employed a flash-back and stories-within-stories structure to ask the question 'what has been wiped from our memories?' using the format of a traditional tale and eschewing specific references to historical time, to do so." (Mark Cousins: The Story of Film, Pavilion 2020)

Drehbuch: Gaston Kaboré
Kamera: Issaka Thiombiano, Sékou Ouedraogo
Musik: René B. Guirma
Schnitt: Andrée Davanture, S. Boubakar Koné

Mit: Serge Yanogo (Wênd Kûuni), Rosine Yanogo (Pognèré), Joseph Nikiema (Tinga), Colette Kaboré (Lale)

75 Min., Farbe, 35 mm, Moore/d

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
So.,
16.1.2022
16:00