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Ordinary People
Robert Redford (USA 1980)

English review

«Familien können jahrelang dahinleben, ohne je mit den Problemen, die ihren Beziehungen zugrunde liegen, konfrontiert zu werden. Aber manchmal kann eine Tragödie plötzlich und schmerzhaft alles ans Tageslicht bringen, gerade dann, wenn alle am verletzlichsten sind. Ordinary People beginnt zu einem solchen Zeitpunkt für eine Familie, die den älteren Sohn bei einem Bootsunfall verliert. Danach leben drei immer noch zu Hause in einem perfekt manikürten Vorstadt-Dasein, und der Film handelt davon, wie sie schliesslich damit umgehen müssen, was sie wirklich füreinander empfinden. (...)
Regisseur Redford stellt alle Ereignisse in eine Vorstadtwelt, die mit einer unterspielenden Sachlichkeit betrachtet wird. Es gibt keine billigen Witze über Lebensstil oder Wohlstand oder Manierismen der Vorstädter: Die Probleme der Menschen in diesem Film werden nicht durch ihr Milieu verursacht, sondern erwachsen aus ihnen selbst heraus. Und die Mitwirkenden müssen sich damit auseinandersetzen, ob es ihnen passt oder nicht. Das unterscheidet den Film von der kultivierten Vorstadtseifenoper, zu der er leicht hätte werden können. Jeder Figur in diesem Film wird die dramatische Gelegenheit gegeben, in sich selbst hineinzuschauen, ihre eigenen Beweggründe wie auch die Beweggründe anderer zu hinterfragen und zu versuchen, ihren Umgang mit einer schwierigen Situation zu verbessern. Zwei der Figuren lernen, sich anzupassen; die dritte lernt es nicht. Man findet nicht oft Figuren, die sich auf der Leinwand solchen Herausforderungen stellen, auch nicht Regisseure, die dergleichen suchen. Ordinary People ist ein intelligenter, scharfsinniger und tief bewegender Film.» (Roger Ebert, rogerebert.com, 1.1.1980)
Robert Redford gewann seinen ersten Oscar nicht als Schauspieler, sondern als Regisseur dieses Films.

Drehbuch: Alvin Sargent, nach dem Roman von Judith Guest
Kamera: John Bailey
Musik: Marvin Hamlisch
Schnitt: Jeff Kanew

Mit: Donald Sutherland (Calvin), Mary Tyler Moore (Beth), Judd Hirsch (Berger), Timothy Hutton (Conrad), Elizabeth McGovern (Jeannine), M. Emmet Walsh (Schwimmlehrer), Dinah Manoff (Karen), Fredric Lehne (Lazenby), James B. Sikking (Ray), Basil Hoffman (Sloan), Quinn Redeker (Ward), Mariclare Costello (Audrey)

124 Min., Farbe, 35 mm, E/d, ab 14

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