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Quand la mer monte ...
Yolande Moreau, Gilles Porte (Frankreich/Belgien 2004)

Die rundliche, mittelalte Irène zieht mit ihrer One-Woman-Show «Sale affaire» durch Nordfrankreich. Ihr Stück erzählt von einer Frau, die ihren Liebhaber umbringt. Jeden Abend bittet sie einen anderen Zuschauer auf die Bühne, um eine Rolle in ihrer Show zu spielen. Eines Tages besteigt der junge Flame Dries die Bretter, und aus der anfänglichen Zuneigung entwickelt sich bald eine Romanze.
«Eine ernste romantische Komödie mit surrealen Einflüssen. (…) Moreau erhielt für ihre Darstellung zu Recht einen César als Beste Schauspielerin. Und während man ihr zusieht, wie sie in dieser halb autobiografischen Rolle versinkt (sie war in den 1980er-Jahren selbst Wanderschauspielerin), erweist sich ihre Figur als tiefgründige, vielschichtige Frau: meist freundlich, sanft und glücklich die einfachen Vergnügungen des Lebens geniessend, aber wenn nötig so hart wie ihre Bühnenfigur, durch die sie gerne ihren unterschwelligen Ärger über die Nöte und Enttäuschungen des Lebens zum Ausdruck bringt.» (Stephen Holden, The New York Times, 13.1.2006)

Die Belgierin Yolande Moreau (*1953) spielte Nebenrollen in zahlreichen französischen Filmen, erstmals in Sans toit ni loi 1985 von Agnès Varda. Bekannt wurde sie als Concierge in Le fabuleux destin d’Amélie Poulain (2001); ihre Filmografie als Schauspielerin weist fast 100 Titel auf, darunter auch Hauptrollen, etwa im Künstlerinnenporträt Séraphine (2008). In Quand la mer monte …, ihrer ersten, gemeinsam mit dem Koregisseur/Koautor und Kameramann Gilles Porte realisierten Regiearbeit spielt die ehemalige Strassenkünstlerin die Hauptrolle. 2004 wurden sie dafür mit dem Prix Louis Delluc für das beste Erstlingswerk ausgezeichnet.

Drehbuch: Yolande Moreau, Gilles Porte
Kamera: Gilles Porte
Musik: Philippe Rouèche
Schnitt: Muriel Douvry, Éric Renault

Mit: Yolande Moreau (Irène), Wim Willaert (Dries), Olivier Gourmet (Polizist), Jackie Berroyer (Journalist in Béthune), Philippe Duquesne (Café-Inhaber), Jacques Bonnaffé (Kellner), Séverine Caneele (Zimmermädchen), Bouli Lanners (Marktleiter), Jan Hammenecker (Jan), Vincent Mathieu (Yves), Nand Buyl (Dries' Vater), Gilles Defacque (Komiker), Serge Larivière (Künstler), Nicole Monnestier (Sängerin), Renaud Rutten (Künstler), Emmy Leemans (Dries' Mutter), Alexandre von Sivers (Journalist in Lille)

90 Min., Farbe, 35 mm, F/d

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Do.,
6.8.2020
15:00