Nüschelerstrasse 11, 8001 Zürich, Kinokasse 044 415 33 66

< Zurück
  • trailer
L'âge d'or
Luis Buñuel (Frankreich 1930)

Ein Liebespaar wird ständig am Vollzug seiner Liebe durch die «etablierten Ordnungsmächte» gehindert. Eine «normale» Handlung gibt es allerdings in diesem Film nicht, die Geschichte der Amour fou wird unterbrochen, kontrastiert und kommentiert durch Wochenschaubilder und subversive Bilder: Alles beginnt als Dokumentation über Skorpione und endet bei Jesus und den 120 Tagen von Sodom.
Luis Buñuels L’âge d’or, der sich bewusst den vertrauten Konventionen des Erzählkinos verweigert, ist ein Schlüsselfilm des Surrealismus.
Buñuel: «Es ist der einzige Film meiner Karriere, den ich in einem Zustand von Euphorie, Enthusiasmus und Zerstörungswut drehte, in dem ich die Vertreter der ‹Ordnung› angreifen und ihre ‹ewigen› Prinzipien lächerlich machen wollte.» (Filmklassiker, Reclam 1995)
«In der Premierenwoche bewarfen faschistische Schlägerbanden die Leinwand mit Farbbeuteln und zerstörten im Kinofoyer ausgestellte Bilder von Man Ray und anderen Surrealisten. Auch die Zensurbehörden griffen ein, L’âge d’or verschwand im Giftschrank und erlebte erst fünfzig Jahre später in San Francisco seine zweite Uraufführung. (…) In diesem zweiten, längeren Film (nach Un chien andalou) werden ansatzweise Geschichten erzählt, und die Flut subversiver Bilder wird überlagert von einer recht eindeutigen politischen Stossrichtung gegen den Klerus, die Bourgeoisie und ihre rigide Sexualmoral. Da verwandeln sich betende katholische Würdenträger in klappernde Skelette, und ein Paar, das in aller Öffentlichkeit immer wieder begeistert übereinander herfällt, wird von befrackten Sittenwächtern stets von Neuem getrennt. L’âge d’or entpuppt sich so als Vorläufer zur beissenden Bourgeoisiekritik von Buñuels bekanntesten Nachkriegsfilmen wie Belle de jour oder Le charme discret de la bourgeoisie.» (Daniela Janser, tagesanzeiger.ch, 5.1.2011)

Drehbuch: Luis Buñuel, Salvador Dalí
Kamera: Albert Duverger
Musik: Luis Buñuel, Georges Van Parys
Schnitt: Luis Buñuel

Mit: Gaston Modot (der Mann), Lya Lys (die Frau), Max Ernst (Räuberhauptmann), Pierre Prévert (Péman, ein Räuber), Lionel Salem (Herzog von Blangis), Caridad de Laberdesque, Pancho Cossío, Jacques B. Brunius, Paul Éluard

63 Min., sw, DCP, F/e

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Mo.,
2.3.2020
18:15
Mi.,
4.3.2020
20:45