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Moulin Rouge
Ewald André Dupont (GB 1928)

Die Revue im Pariser Nachtklub «Moulin Rouge» glänzt mit den erwarteten Choreografien, bis schliesslich als Star die knapp bekleidete Tänzerin Parysia erscheint. Die blonde junge Dame im Publikum sagt zu ihrem ebenfalls faszinierten Begleiter: «Das ist meine Mutter!» Margaret, die Tochter, war lange fort an einer Schule und hat sich in der Zwischenzeit mit dem feschen Jungadligen André verlobt – heimlich, denn dessen Vater will nicht, dass er die Tochter einer Tänzerin heiratet. Als Parysia André kennenlernt, spürt sie, dass dieser sie begehrt. Nicht zuletzt deshalb wendet sie sich an seinen Vater, um dessen Segen für die Heirat der jungen Leute zu erflehen. Er lässt sich von Parysias Tränen erweichen, und Margaret ist überglücklich. André aber erklärt Parysia seine Liebe ...
Der expressionistische deutsche Filmemacher Ewald André Dupont erzielte 1925 einen Welterfolg mit Varieté, einem Liebesdrama im Zirkusmilieu (Stummfilmfestival 2016; sein Film Das alte Gesetz von 1923 lief 2019 am Stummfilmfestival). Er wagte den Sprung nach Hollywood, konnte dort jedoch nur einen einzigen Film realisieren; sein Projekt Moulin Rouge, in dem Gloria Swanson die Hauptrolle spielen sollte, kam nicht zustande. Dupont zog enttäuscht nach London, wo er als Produzent Herbert Wilcoxʼ Film Madame Pompadour betreute. Daraufhin übertrug ihm British International Pictures die Inszenierung von Moulin Rouge. Die Hauptrolle gab Dupont Olga Tschechowa, die in Russland von Stanislawski ausgebildet worden war, einige Erfolge gefeiert hatte und später zu einem Liebling der Nazis werden sollte (von manchen allerdings auch für eine verkappte Sowjetagentin gehalten wurde). Sie war drei Jahre älter als Eve Gray, die Darstellerin ihrer Filmtochter. Dupont drehte die Showeinlagen (darunter eine mit Blackface-Chor) teilweise im Casino de Paris und holte für die wichtigsten Chargen namhafte Leute aus Deutschland: Werner Brandes (Das indische Grabmal u. a.) übernahm die Kamera; Alfred Junge besorgte wie schon bei Varieté die Ausstattung. Der Film kam 1928 als Stummfilm ins Kino, wurde 1929 aber nochmals in einer vertonten Fassung herausgebracht. (mb)

Drehbuch: Ewald André Dupont
Kamera: Werner Brandes
Schnitt: Harry Chandlee

Mit: Olga Tschechowa (Parysia), Eve Gray (Margaret), Jean Bradin (André), Georges Tréville (Andrés Vater), Marcel Vibert (Marquis), Blanche Bernis (Garderobiere), Ellen Pollock (Mädchen), Andrews Engelmann (Chauffeur), Forrester Harvey (Tourist), Ray Milland (ein Gönner des Theaters)

127 Min., sw, Digital HD, Stummfilm, e Zw'titel

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Do.,
9.1.2020
20:00
Stummfilm live begleitet von Günter A. Buchwald (Flügel, Violine), Frank Bockius (Perkussion) und Bruno Spoerri (Saxofon)
(Fr. 27.-/21.-))