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Dawn
(Ausma)
Laila Pakalniņa (Lettland/Estland/Polen 2015)

Der Teenager Jaņcuks ist Pionier in der Kolchose Ausma in der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Sein prügelnder, trinkender Vater ist offenkundig ein Gegner der Sowjetmacht und plant eine Verschwörung gegen die Kollektivierung. Pflichtbewusst verrät ihn sein Sohn und wird dadurch zum Helden und Vorbild, kommt aber durch die Hand seines rachsüchtigen Vaters ums Leben.
Die in hinreissendem Schwarzweiss gefilmte, fast skurril-absurde Geschichte basiert auf einem sowjetischen Mythos der 1930er-Jahre, der von Laila Pakalniņa nach Lettland versetzt wurde: Der sowjetische Bauernjunge Pawlik Morosow soll von Verwandten erschlagen worden sein, weil er seinen Vater wegen Versteckens von Getreide angezeigt hatte.
Als Pakalniņa während ihres Studiums Alexander Rscheschewskis Drehbuch von Sergej Eisensteins Die Beshin-Wiese über Pawlik Morosow las – der Film wurde 1937 durch Intervention von Stalin vor der Fertigstellung verboten und ist nur noch als rekonstruiertes Fragment erhalten –, packte es sie: «So ein schwarzer Humor wie sonst nirgends! Schwarz, haarsträubend und witzig zugleich» – wie das Meisterwerk der Lettin Laila Pakalniņa.
«Dawn entwirft ein archaisches und apokalyptisches Bild der frühen Sowjet-Ära Lettlands, erzählt mit dunkler Ironie und voller absurder Verfremdungen. Regisseurin Laila Pakalniņa spielt dabei mit Motiven der antiken Tragödie und des sowjetischen Propagandafilms und knüpft an ein Projekt an, das Sergej Eisenstein vor 75 Jahren angefangen und nie zu Ende gebracht hat: einen Film über die sozialistische Märtyrerlegende Pawlik Morosow.» (filmfestival-goeast.de)

Drehbuch: Laila Pakalniņa
Kamera: Wojciech Staron
Musik: Vestard Šimkus
Schnitt: Kaspar Kallas

Mit: Antons Georgs Grauds (Jančuks), Vilis Daudziņš (Vater von Jačuks), Andris Keišs (Jēkabs Kalniņš), Liena Šmukste (Mirdza Ozoliņa), Wiktor Zborowski (Kārlis Janovičs), Ģirts Krūmiņš (Jāzeps Ozoliņš)

96 Min., sw, DCP, Lettisch/e

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
So.,
1.12.2019
18:15
in Anwesenheit der Regisseurin