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Die Rückkehr des verlorenen Sohnes
(Awdat al ibn al dal)
Youssef Chahine (Ägypten 1976)

«Das Begräbnis Nassers wird zum Ausgangspunkt eines Films, mit dem Chahine auf die tiefgreifende Veränderung der ägyptischen Gesellschaft in der nachnasseristischen Aera unter Anwar Al-Sadat reagiert: Die Rückkehr des verlorenen Sohnes. Eine Amnestie aus diesem Anlass erlaubt der Titelfigur die Heimkehr in den Schoss einer wohlhabenden Unternehmerfamilie. Sein Vater hatte einst die Wüste fruchtbar machen wollen (eine wiederkehrende Metapher Chahines), der nun zurückkehrende Sohn hatte beim Staudammbau am Weg in eine bessere Zukunft mitgewirkt, doch der von ihm mitzuverantwortende Einsturz eines Hochhauses hat ihn ins Gefängnis geführt, und jetzt tyrannisiert sein rücksichtsloser Bruder die Arbeiter in der Fabrik. Alle Hoffnungen richten sich auf den ‹verlorenen Sohn›, doch dieser kehrt gebrochen zurück. Die Konflikte eskalieren zu einem Gewaltausbruch.» (Martin Girod, Stadtkino Basel, Mai 2019)
«Ein kleines Erdbeben habe Chahine mit diesem Film im arabischen Kino ausgelöst, sagte der bedeutende ägyptische Dichter Ahmed Fouad Negm einst. Erstmals habe er es gewagt, eine Geschichte aus einer persönlichen Perspektive heraus zu erzählen. (...) ‹Die Politisierung der biblischen Parabel gelingt mit leichter Hand. Lieder und Tänze aus der arabischen Kultur vermischt mit amerikanisch inspirierten Music-Hall-Elementen verleihen dem Film die mitreissende Frische einer amerikanischen Komödie›, schrieb der Schriftsteller Jean-Louis Bory nach Veröffentlichung des Films.» (arsenal-berlin.de, März 2019)

«Nasser's funeral becomes the starting point for a film in which Chahine reacts to the profound change in Egyptian society in the post-Nasser era under Anwar Al-Sadat: The Return of the Prodigal Son. An amnesty prompted by this event allows the protagonist to return to his wealthy family of entrepreneurs. His father had once wanted to make the desert fertile (a recurring metaphor of Chahine's), and the now returning son had helped build a dam to bring about a better future, but the collapse of a high-rise for which he was partly to blame landed him to prison, and now his ruthless brother is oppressing the workers in the factory. Everyone is hoping for the ‹prodigal son› to save the day, but he returns a broken man. The conflicts escalate, leading to an outbreak of violence.» (Martin Girod, Stadtkino Basel, May 2019)

Drehbuch: Youssef Chahine, Salah Jahine
Kamera: Abdel Aziz Fahmy
Musik: Hassan Abouzeid
Schnitt: Rashida Abdel Salam

Mit: Mahmoud El-Meliguy (Vater Madbuli), Majida El Roumi (Tafida), Soheir El-Morshidy (Fatma), Hoda Sultan (Mutter), Hesham Selim (Ibrahim), Schukri Serhan (Tolba), Ahmed Merez (Ali)

130 Min., Farbe, DCP, Arab/d/f

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