Nüschelerstrasse 11, 8001 Zürich, Kinokasse 044 211 66 66

< Zurück
  • trailer
Adieu Bonaparte
(Wedaan Bonaparte)
Youssef Chahine (Ägypten/Frankreich 1985)

«Youssef Chahine, Ägyptens grösster Regisseur, löste einen politischen Feuersturm aus, als diese erste europäische Koproduktion 1985 am Festival von Cannes gezeigt wurde. Der Film ist ein Porträt des napoleonischen Generals Caffarelli, der darum kämpfte, seine Ideale der Aufklärung in die französische Intervention im Nahen Osten einzubringen, und wurde teilweise von Kulturminister Jack Lang finanziert, dem vorgeworfen wurde, staatliche Mittel zur Finanzierung antifranzösischer Propaganda eingesetzt zu haben. Heute ist der Film eine ambivalente, nuancierte Studie über Zivilisationen im Konflikt, die eine von alter Tradition geprägt und noch nicht bereit für Veränderungen, die andere eine neu geprägte Republik, die von radikalem Humanismus erfüllt ist.» (moma.org, 12.11.2016)
«Mit Starbesetzung (Michel Piccoli, Patrice Chéreau) variiert Chahine bildgewaltig eines seiner Lieblingsthemen, den Konflikt zwischen Tradition und Modernisierung, in einem Ausstattungsfilm über ein selten gezeigtes Kapitel der ägyptischen Geschichte: 1798 landet Napoleon mit seiner Armee in Ägypten, besiegt die Mameluken und marschiert auf Kairo zu. Drei patriotische Brüder sind einerseits froh, die Mameluken los zu sein, wollen aber auch nicht unter die Fittiche der Franzosen geraten. Der heissblütige Bakr will eine bewaffnete Rebellion, Aly repräsentiert mehr die poetische und philosophische Sicht der Dinge und Yehia ist vor allem jung und leicht zu beeindrucken. Genau das will auch der intellektuelle einbeinige General Caffarelli, der den französischen Lebensstil nach Ägypten bringen will und eine Bäckerei eröffnet, in der der Vater der Brüder arbeitet. Sein Esprit und seine Zuneigung zu den Brüdern wirken verführerisch, doch die Uneinigkeit der Brüder beschwört eine Katastrophe herauf.» (Elisabeth Huber/Günter Pscheider, film.at)

«Egypt’s greatest director, Youssef Chahine, touched off a political firestorm when this, his first European coproduction, was shown at the 1985 Cannes Film Festival. A portrait of the Napoleonic general Cafarelli (Michel Piccoli), who struggled to bring his Enlightenment ideals to the French intervention in the Middle East, the film was partly financed by the culture minister Jack Lang, who was accused of using state funds to finance anti-French propaganda. Seen today the film is an ambivalent, nuanced study of civilizations in conflict, one steeped in ancient tradition and not yet ready for change, the other a newly minted republic fired up with radical humanism.» (moma.org, 12.11.2016)

Drehbuch: Youssef Chahine, Yousry Nasrallah
Kamera: Mohsen Nasr
Musik: Gabriel Yared
Schnitt: Luc Barnier

Mit: Michel Piccoli (Caffarelli), Patrice Chéreau (Napoléon Bonaparte), Mohsen Mohiedine (Aly), Ahmed Abdelaziz (Bakr), Mohamad Atef (Yehia), Mohsena Tewfik (die Mutter), Christian Patey (Horace), Gamil Ratib (Barthelemy), Tahia Carioca (die weise Frau), Hoda Sultan (Nefissa), Mohamed Dardiri (Scheich Charaf), Hassan El Adl (Scheich Aedalah)

115 Min., Farbe, 35 mm, Arab/F/d/f

Spieldaten