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La guerra ed il sogno di Momi
Segundo de Chomón, Giovanni Pastrone (Italien 1917)

Nachdem ihm sein Grossvater Briefe von der Front vorgelesen hat, träumt ein kleiner Junge von einem Krieg, der von Puppen geführt wird, und von der Rettung seines Vaters, den er beim Aufwachen wiederfindet.
Der spanische Filmpionier Segundo de Chomón, der oft mit Georges Méliès verglichen wird, arbeitete von 1912 bis 1923 als Verantwortlicher für Spezialeffekte für die Turiner Itala Film von Giovanni Pastrone. In dieser Zeit kreierte er La guerra e il sogno di Momi, «in dem sich sein Eklektizismus vielleicht am deutlichsten zeigt. In der Szene des Angriffs auf das Bauernhaus überlagert er Flammen mit Rauch, um die Schüsse und das Feuer realistisch erscheinen zu lassen. Der Gesamteffekt ist dramatisch und spektakulär. Als Momi einschläft, werden seine Puppen zum Leben erweckt: Chomón schafft mit Stop-Motion eine Traumwelt, die das gewaltige Epizentrum des Films bildet. Zwei Armeen von Spielzeugsoldaten kämpfen in einer Miniaturwelt, in der die Schrecken des Krieges (Schützengräben, Giftgas, Bomben) zwar inszeniert, aber durch subtilen Humor (Siphonflasche, Dampfreiniger) gemildert werden – ein Moment bitterer Leichtigkeit während eines alptraumhaften Krieges.» (Claudia Gianetto, ilcinemaritrovato.it)
Kopie zur Verfügung gestellt vom Museo nazionale del cinema, Turin

Wie die Animation in den Film kam
Die drei Pioniere des frühen Animationsfilms, der Engländer Walter R. Booth, der Spanier Segundo de Chomón und der US-Amerikaner Winsor McCay, haben auf unterschiedliche Weise Live-Action-Szenen um animierte Filmsequenzen erweitert. Die Techniken reichen dabei von sich bewegenden Bühnenbildern über in die Haupthandlung per Doppelbeleuchtung oder Rückprojektion eingebaute Zweithandlungen bis hin zur Stop-Motion-Animation. Letztere Technik hat Segundo de Chomón, der zu Unrecht weitaus weniger bekannte Gegenstreiter von Georges Méliès, zur Perfektion gebracht. In einer Zeit, da Aussenaufnahmen die Ausnahme darstellten, kommt der Animation in Kriegsfilmen eine gewichtige Rolle zu.

Vertonung
Vertont werden diese kleinen Stummfilmperlen vom Duo FELL. Der Holländer toktek ist ein Virtuose der Kunst des Sampling. Aus musikalischen Objets trouvés zaubert er Sounds, die er mittels Controller bedient, um sein Publikum in ein elektronisches Wunderland zu entführen. Der Schweizer Schlagzeuger Simon Berz wiederum hat neue Wege gefunden, mit seinem Drumset zu kommunizieren. Anhand von selbst gebauten analogen elektronischen Geräten schafft er es, dass sein Schlagzeug Feedback erzeugt und sich mit ihm austauscht.
FELL
toktek (Elektronik, E- Bass) & Simon Berz (Schlagzeug, Elektronik)
fellband.org

Drehbuch: Giovanni Pastrone
Kamera: Segundo de Chomón

Mit: Stellina Toschi (Momi), Alberto Nepoti (Momis Vater, Offizier der italinienischen Armee), Valentina Frascaroli (Momis Mutter), Enrico Gemelli (Momis Grossvater), Luigi Petrungaro (Berto, ein kleiner Bergler), Gina Marangoni (Bertos Mutter)

42 Min., tinted + toned, 35 mm, Stummfilm, i Zw'titel

Vorfilm

Walter R. Booth (GB 1909)

Eine Luftschiffflotte greift England an. Zur Abwehr konstruiert ein Erfinder Lufttorpedos.
«Die Luftschiffe hier sind eine Mischung aus Cut-out-Animation und Modellen des grossen frühen Spezialeffekte-Regisseurs Walter R. Booth. In vielerlei Hinsicht kann man diesen Film als Science-Fiction-Film bezeichnen, der futuristische Erfindungen wie etwa ferngesteuerte Geschosse nutzt.» (screenonline.org.uk)



7 Min., sw, 35 mm, Stummfilm, ohne Zw'titel


Winsor McCay (USA 1918)

«The Sinking of the Lusitania gilt als einer der ersten animierten Dokumentarfilme der Filmgeschichte und besticht durch seine Kombination propagandistischer Elemente einer Tragödie, von der es keine aufgezeichneten Filme gibt, und durch den dramatischen Realismus der 1918 entstandenen Bilder. Szenen wie der Aufprall des Torpedos auf der Lusitania oder die Panik der Schiffbrüchigen zeigen die Genauigkeit von Winsor McKay, eines Regisseurs, der die Animation seit den frühsten Tagen des animierten Films als Ausdruck reiner Kunstfertigkeit verstand.» (theshortguidetomovies.blogspot.com)

Drehbuch: Winsor McCay

12 Min., sw, Digital HD, Stummfilm, e Zw'titel


Winsor McCay (USA 1921)

«Ein bezauberndes, nicht identifizierbares Tier verschlingt seine Umgebung und wächst zu einer enormen Grösse heran, ohne dabei seinen unschuldigen Ausdruck zu verlieren. McCay folgt der Traumlogik des Set-ups bis zu seinem schrecklichen Ende. Seine Kreatur sieht herzzerreissend süss aus, während sie beisst, stampft und die Welt nach ihrem Geschmack neu formt.» (film.avclub.com)

Drehbuch: Winsor McCay

12 Min., sw, Digital HD, Stummfilm, e Zw'titel

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Do.,
18.10.2018
20:45
Live-Vertonung: FELL (Toktek & Simon Berz, Elektronik) (IOIC))