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Sommersprossen

1968 ist in diesem Sommer nicht nur im Rahmen der Reihe «Das erste Jahrhundert des Films» ein Thema; die Beschäftigung mit der sozialen und politischen Bedeutung der Umwälzungen vor 50 Jahren ist generell Gegenstand aktueller Diskussionen. Deshalb zeigt das Filmpodium neben den eigentlichen «Jahrhundertfilmen» auch zwei weniger bekannte Werke, die aber den damaligen Zeitgeist deutlich zum Ausdruck bringen: Sommersprossen von Helmut Förnbacher und Partner von Bernardo Bertolucci.

Helmut Förnbacher (BRD 1968)

1934 sind in Deutschland die Nationalsozialisten frisch an der Macht und greifen durch. Waldemar Velte und Kurt Sandweg, zwei ausgebrochene Sträflinge aus Wuppertal, wollen aus diesem Land abhauen und in Indien einen unbeschwerten Neubeginn wagen. Um ihre Flucht zu finanzieren, brauchen sie Bares. Also überfallen sie eine Bank und gehen dabei über Leichen. Sie können sich aus Deutschland absetzen, stranden aber in Basel, denn hier verliebt sich Velte in die ahnungslose Schallplattenverkäuferin Monika. Als den Räubern das erbeutete Geld ausgeht, nehmen sie die Basler Wever-Bank ins Visier.
Frei nach einem historischen Kriminalfall hat der Schauspieler Helmut Förnbacher 1968 als Regieerstling einen Gangsterfilm im Stil von Arthur Penns Bonnie and Clyde (1967) inszeniert. Die Hauptrollen spielen der aus Italo-Western bekannte William (eigentlich: Wilhelm Thomas) Berger und Förnbacher selbst; als erotische Versuchung wirkt der Sixties-Star Helga Anders mit und in Nebenrollen treten Publikumslieblinge wie Schaggi Streuli, Margrit Rainer und Ruedi Walter auf.

Bei der Vorstellung am 3. Juli wird Helmut Förnbacher im Filmpodium zu Gast sein und über seinen Film und den Geist von 1968 Auskunft geben. Sein Gesprächspartner ist Benedikt Eppenberger, Filmredaktor bei SRF und Kenner des (ganz) anderen Schweizer Films.

Drehbuch: Helmut Förnbacher, Martin Roda-Becher
Kamera: Igor Luther
Musik: Charly Niessen
Schnitt: Clara Fabry

Mit: William Berger (Waldemar Velte), Helmut Förnbacher (Kurt Sandweg), Helga Anders (Monika), Giorgia Moll (Brigitte), Willy Birgel (Staatsanwalt), Grit Boettcher (Christine), Benno Hoffmann (reicher Mann), Harald Dietl (Abteilungsleiter), Schaggi Streuli, Ruedi Walter

90 Min., Farbe, Digital HD, D

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Di.,
3.7.2018
18:15
anschl. Gespräch mit dem Regisseur, Moderation: Benedikt Eppenberger