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Duck Soup
Leo McCarey (USA 1933)

Die Marx-Brothers regieren den Operettenstaat Freedonia. «Ihre Respektlosigkeit erreicht hier eine besondere Explosivität, weil sie sich am Geschäft der Politik entzündet. Diktatur wird vorgeführt als blutige Hanswurstiade, und das im Jahr der nationalsozialistischen Machtergreifung in Deutschland. (...) Groucho, zum Staatspräsidenten avanciert, höhlt die Autorität von innen her aus. Er macht Staatspolitik mit dem Hirn eines übergeschnappten Kleingewerblers. Der geschäftsmässig-logische Verstand triumphiert über alles, und der Krieg wird unvermeidbar, auch wenn der Feind bereit ist, ihn zu verhindern. ‹Zu spät! Ich habe das Schlachtfeld schon für einen Monat gemietet.›» (Fritz Hirzel)
McCarey wollte eigentlich nicht mit den Marx Brothers drehen, da er ihren Ruf als Chaoten kannte. Er führte auf dem Set ein straffes Regime und rang dem Quartett Meisterleistungen ab, darunter die legendäre Nummer mit dem Spiegel. Ungebremst von Romanzen und Musikeinlagen ist dies der vielleicht rasanteste und dichteste Marx-Brothers-Film überhaupt.
«Filme bescherten den Marx Brothers ein Massenpublikum, und sie waren das Instrument, das einen vormals eigentlich jüdischen Stil von Humor in die dominante Note amerikanischer Komik übersetzte. Obschon man sie nicht so ernst nahm, waren sie so surrealistisch wie Dalí, so schockierend wie Strawinsky, so sprachlich unverschämt wie Gertrude Stein, so entfremdet wie Kafka. Weil sie in den Genres Slapstick und Screwball arbeiteten, widmete man ihnen weniger Aufmerksamkeit, aber ihr Einfluss auf die Psyche der Bevölkerung war vermutlich grösser. ‹Als absurder Essay über Politik und Krieg›, schrieb der britische Kritiker Patrick McCray, ‹kann Duck Soup neben (oder gar über) den Werken von Beckett und Ionesco stehen.›» (Roger Ebert, roberebert.com, 9.7.2000)

Drehbuch: Bert Kalmar, Harry Ruby, Arthur Sheekman, Nat Perrin
Kamera: Henry Sharp
Musik: John Leipold (ungenannt)
Schnitt: LeRoy Stone (ungenannt)

Mit: Groucho Marx (Rufus T. Firefly), Harpo Marx (Pinky), Chico Marx (Chicolini), Zeppo Marx (Bob Roland), Margaret Dumont (Mrs. Gloria Teasdale), Raquel Torres (Vera Marcal), Louis Calhern (Botschafter Trentino), Edgar Kennedy (Strassenverkäufer), Leonid Kinskey (Agitator), Edmund Breese (Zander)

69 Min., sw, DCP, E/d, ab 12

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Sa.,
18.8.2018
18:15
Mo.,
20.8.2018
20:45
Sa.,
8.9.2018
20:45
Sa.,
15.9.2018
15:30