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Erinnerungen an die Unterentwicklung
(Memorias del subdesarrollo)
Tomás Gutiérrez Alea (Kuba 1968)

Kuba, 1961: Sergio, ein bürgerlicher Intellektueller, ist nach dem Sieg der Revolution in Havanna geblieben, während sich seine Frau und seine Familie nach Miami abgesetzt haben. Auf Streifzügen durch die Stadt schwelgt er einerseits in Erinnerungen, wird sich aber auch der Veränderungen im postrevolutionären Kuba bewusst, die ihn zunehmend verunsichern.
«Tomás Gutiérrez Aleas ungemein vielschichtiger und subtiler Film ist eine der klügsten und tiefgründigsten Reflexionen über die kubanische Revolution, schillernd und rätselhaft wie sein Titel und eines der Meisterwerke des lateinamerikanischen Kinos schlechthin.» (NZZ)
«Ein sehr trockener Titel für einen absolut grossartigen Film des kubanischen Regisseurs Tomás Gutiérrez Alea. (...) Er gehört gleich neben den sowjetischen Klassiker Soy Cuba (1964), und in der Tat spielt der kubanische Schauspieler Sergio Corrieri in beiden mit. Corrieri zeigt hier eine herausragende Leistung als Sergio, einen wohlhabenden Müssiggänger, der seine künstlerischen Ambitionen längst aufgegeben hat (...) und im neuen Kuba bleibt, ziellos dahintreibend, aber seltsam erheitert und befreit. Er bändelt mit einer 17-Jährigen an und sinniert darüber, dass er wie eine dekadente Pflanze geworden sei, mit riesigen Blättern und ohne Früchte. Er erkennt, dass Kuba vom marxistischen Standpunkt aus ‹unterentwickelt› ist; seine Tragödie ist es, dass er nicht verstehen kann, welche Rolle er selbst dabei gespielt hat und dass er keine Ahnung hat, wie seiner persönlichen und spirituellen Unterentwicklung abgeholfen werden könnte. Und doch ist es seine Sicht – entfremdet, aber klug und irgendwie auch unschuldig –, die es uns erlaubt, die Realität des kubanischen Lebens ohne Dogmatismus oder Wunschdenken zu sehen. Die Wirkung ist faszinierend. Dieser Film ist ein Muss.» (Peter Bradshaw, The Guardian, 11.7.2008)

Drehbuch: Tomás Gutiérrez Alea, Edmundo Desnoes, nach dem Roman von Edmundo Desnoes
Kamera: Ramón F. Suárez
Musik: Leo Brouwer
Schnitt: Nelson Rodríguez

Mit: Sergio Corrieri (Sergio), Daisy Granados (Elena), Eslinda Núñez (Noemi), Beatriz Ponchora (Hanna), Yolanda Farr (Laura), Gilda Hernández (Sergios Mutter), Omar Valdés (Pablo), René de la Cruz (Elenas Bruder)

97 Min., sw, DCP, Sp/d

Vorfilm

(Schweiz 1968)


10 Min., sw, Digital HD, D/dialekt

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Mo.,
9.7.2018
18:15
Einführung: Marc Frei; Vorstellung ohne Filmwochenschau
Mi.,
11.7.2018
20:45
Fr.,
13.7.2018
15:30