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Poison
Todd Haynes (USA 1991)

«Sowohl thematisch als auch formal wirkt Poison bis heute trotzig. Es ist das Werk eines jungen Filmemachers, der die Welt um sich herum betrachtete, das Schweigen der US-Regierung zur Aids-Krise und den Mangel an erkennbaren Schwulen in der Kultur sah und sich diese brisante Allegorie über die damalige Zeit ausdachte. Der Film springt hin und her zwischen drei Teilen: einer fiktiven TV-Reportage über die Mutter eines Jungen aus Long Island, der seinen Vater erschossen hat; einem schwarzweissen Science-Fiction-Film-noir B-Movie über einen Wissenschaftler, den sein eigener Durchbruch krank macht; und einem homoerotischen Gefängnisfilm mit Abstechern in eine Fantasie über eine Knaben-Besserungsanstalt. Etwas überraschend gewann Poison den Grand Jury Prize in Sundance, was heute undenkbar anmutet.» (Wesley Morris, Boston Globe, 7.1.2011)
Viele Mitarbeiter der Produktion, darunter Christine Vachon als Regie-Assistentin und Koproduzentin, gehörten zu Apparatus, der Produktionsgesellschaft, die Todd Haynes zusammen mit Vachon Mitte der 80er-Jahre gegründet hatte. In Berlin gewann Poison, ein Pionierwerk des New Queer Cinema, «den Teddy für den besten queeren Spielfilm. Ein Publikum, das nach Film-Bildern von schwulem und lesbischem Leben hungerte, feierte den experimentellen Abgesang auf die Integration in den Mainstream – denn der sah der Community gerade beim Sterben zu. Poison hatte eine ästhetische Sprache für die neuen Ausgrenzungen durch Aids gefunden, die sich nicht mehr in Feel-Good-Movies erzählen liessen.» (Jan Künemund, Der Spiegel, 19.2.2016)

Drehbuch: Todd Haynes, nach den Romanen von Jean Genet
Kamera: Maryse Alberti
Musik: James Bennett
Schnitt: Todd Haynes, James Lyons

Mit: Edith Meeks (Felicia Beacon), Scott Renderer (John Broom), James Lyons (Jack Bolton), John R. Lombardi (Rass), Larry Maxwell (Dr. Graves), Susan Norman (Nancy Olsen)

83 Min., Farbe + sw, 35 mm, E/d

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Di.,
17.4.2018
20:45