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Kino-Konzert: La passion de Jeanne d'Arc
Carl Theodor Dreyer (Frankreich 1928)

Dreyers letzter Stummfilm wird bis heute zu den besten Werken der Filmgeschichte gezählt. Jeanne d’Arcs Leiden und ihre Hinrichtung werden aufgrund der historischen Prozessprotokolle geschildert, als ergreifendes Beispiel für den Konflikt zwischen individuellem Glauben und weiblicher Selbstbestimmung einerseits und der missbräuchlichen Macht der organisierten Religion und des Patriarchats andererseits.
«Immer wieder zeigen Dreyers Filme, wie der weibliche Körper verstümmelt, zerstückelt und eingeäschert wird, um die männliche Sicht der Dinge durchzusetzen. In La passion de Jeanne d’Arc fand er dafür zum ersten Mal auch eine überzeugende ästhetische Entsprechung.» (Hans Schmid, in: Carl Th. Dreyers Jeanne d’Arc, CICIM 1996)
«In stark zurückgenommenen Dekors konzentrierte sich Dreyer auf die Seelenlandschaften der ungeschminkten Gesichter, die durch die expressionistischen Kamerawinkel und im Kontext des dargestellten Geschehens eine enorme Ausdruckskraft gewinnen.» (Hans-Joachim Fetzer, kino arsenal, März 2010)
Der Film besteht hauptsächlich aus Grossaufnahmen. Das «Gesicht, das wir am meisten sehen, ist natürlich dasjenige Maria Falconettis, und man kann sich nur mit Mühe eine andere Darstellerin vorstellen, die körperliche Qual und spirituelle Erhöhung spürbarer vermitteln könnte. (…) Der gesamte Film wirkt weniger aus Licht gebildet denn in Stein gemeisselt; das ist meisterhaftes Kino und fast unerträglich bewegend.» (Tony Rayns, Time Out Film Guide)

Sondervorführung mit Live-Begleitung durch das Orlando Consort am 10. März

Drehbuch: Carl Theodor Dreyer, Joseph Delteil
Kamera: Rudolph Maté
Schnitt: Marguerite Beaugé, Carl Theodor Dreyer

Mit: Maria Falconetti (Jeanne d'Arc), Eugène Silvain (Bischof Pierre Cauchon), Maurice Schutz (Nicolas Loyseleur), André Berley (Jean d'Estivet), Antonin Artaud (Jean Massieu), Gilbert Dalleu (Jean Lemaître), Louis Ravet (Jean Beaupère), Paul Delauzac (Martin Ladvenu), Jean d'Yd (Nicolas de Houppeville), Armand Lurville, Alexandre Mihalesco, Léon Larive (Richter)

97 Min., sw, Digital HD, Stummfilm, f + d Zw'titel

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Do.,
1.3.2018
15:00
Stummfilm mit Musik
Fr.,
30.3.2018
20:45
Stummfilm mit Musik