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Alexander Newski
Sergej M. Eisenstein, Dmitri Wassiljew (UdSSR 1938)

Russland im 13. Jahrhundert: Mongolen haben grosse Teile Russlands besetzt, aus dem Westen rücken deutsche Ordensritter vor und verwüsten das Land. Nowgorod wird zum nächsten Ziel der Invasoren – da übernimmt Fürst Alexander Newski die Führung des russischen Heeres.
Auf Wunsch von Stalin wurde Sergej Eisenstein mit der Regie von Alexander Newski beauftragt. Das patriotische Epos rettete Eisensteins Karriere, denn er war wegen seines Aufenthalts in Amerika und seiner künstlerischen Abweichung vom stalinistischen Ideal des Realismus in Ungnade gefallen. Einen zentralen Bestandteil des Films bildet die Musik von Sergej Prokofjew, der in den Entstehungsprozess ungewöhnlich eng eingebunden war.
«Dieser Film, als nahezu kosmischer Kampf zwischen Gut und Böse inszeniert, betont die deutschen Gräueltaten gegen die russische Bevölkerung, wobei die Eindringlinge durch ihre unheimlichen, gehörnten Helme zusätzlich entmenschlicht wurden. Das Herz bildet die über 30-minütige ‹Schlacht auf dem Eis›. Zwischen grausam und karnevalesk alternierend, war dieser genial geschnittene Mix ein Triumph für Newski wie für Eisenstein und diente als Prototyp für Schlachtfeldszenen in Laurence Olivers Henry V, Akira Kurosawas Die sieben Samurai und Stanley Kubricks Spartacus.» (J. Hoberman, criterion.com)
«Unser heutiges Bild der berühmten ‹Schlacht auf dem Eis› ist ganz geformt von diesem Film. Alexander Newski war pure Propaganda, eine Warnung an Deutschland, gefördert von der Sowjetregierung. Wer ihn gesehen hat, meint etwas zu wissen über diese Schlacht. Aber die mittelalterlichen Manuskripte sagen, die Ritter seien tot ‹ins Gras› gesunken. Da war kein Eis, nicht mal Winter. (…) Nach dem Hitler-Stalin-Pakt von 1939 durfte der Film in keinem sowjetischen Kino mehr gezeigt werden. Doch als im Juni 1941 die Nazis einmarschierten, kehrte der Film auf die Leinwand zurück und wurde der populärste Film der Kriegszeit.» (Richard Overy, Tages-Anzeiger, 29.8.2015)

Drehbuch: Sergej M. Eisenstein, Pjotr Pawlenko
Kamera: Eduard Tissé
Musik: Sergej Prokofjew
Schnitt: Sergej M. Eisenstein, Esfir Tobak

Mit: Nikolai Tscherkassow (Alexander Newski), Nikolai Ochlopkow (Wassili Buslai), Andrej Abrikossow (Gawrilo Olexitsch), Dmitri Orlow (Ignat, Waffenschmied), Warwara Massalitinowa (Amelfa Timofejewna, Buslais Mutter), Vera Iwaschowa (Olga Danilowna), Anna Danilowa (Wassilissa), Wassili Nowikow (Pawscha, ihr Vater)

111 Min., sw, 35 mm, Russ/d

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Mo.,
19.2.2018
18:15
Mi.,
21.2.2018
20:45
Sa.,
24.2.2018
15:00