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Das Himmelsschiff
(Himmelskibet)
Holger-Madsen (Dänemark 1918)

«Avanti Planetaros, bislang Seekapitän, startet in einem Raumschiff, das sein Vater, ein Astronom, konstruiert hat, zum Mars. Die Reise verläuft nicht störungsfrei: Der amerikanische ‹Astronaut› David Dane greift zum Alkohol, dann droht eine Meuterei. Auf dem Mars begegnet der Besatzung der ‹Excelsior› eine Hochkultur aus Pazifisten und Vegetariern; sogar einen übereilten Schusswaffengebrauch verzeihen die Marsianer den Erdenbürgern. In Marya, der Tochter des regierenden Weisheitsfürsten, findet Avanti Planetaros seinen ‹Lebensmenschen›. Auf der Heimreise begleitet sie ihn, um die Menschheit zur Vernunft zu bekehren … Während des Ersten Weltkriegs eine Friedensbotschaft: (…) Das Himmelsschiff entwirft das Andere als Ideal einer aufgeklärten, geistig und moralisch überlegenen Gesellschaft. Moderne technische Errungenschaften der Kinematografie und der Fliegerei treffen hierbei auf hellenistische Gewänder und florale Jugendstilformen. Auch deshalb gehört der frühe ‹Blockbuster› (…) eindeutig zu den Blütenträumen des Genres.» (Katalog Berliner Filmfestspiele 2017)
«Dieser aufwendig produzierte Weltraumfahrtsfilm ist ein Meilenstein im Science-Fiction-Genre. Die zeitbedingte Begeisterung für die Fliegerei ist offensichtlich: Das Raumschiff hat Flügel und einen Propeller und die Crew steckt in ledernen Fliegerkombinationen. Auch wenn die druidenähnlichen Marsbewohner unfreiwillig komisch erscheinen mögen, ist die Vorstellung des Films von einer utopischen idealen Welt, kulturgeschichtlich gesehen, recht erstaunlich.» (Casper Tybjerg, Katalog Giornate del cinema muto, Pordenone 2006)
«Neun von zehn Aliens im Kino sind bösartig und mörderisch. Doch schon mit den jeglicher Gewalt abholden Marsbewohnern in Himmelskibet aus dem Jahr 1918 beginnt eine Seitenlinie mit Filmen, in denen der Ausserirdische der zumindest moralisch bessere ‹Mensch› ist.» (Georg Seesslen/Fernand Jung: Science Fiction, Marburg 2003)

Drehbuch: Sophus Michaëlis, Ole Olsen, nach dem Roman von Sophus Michaëlis
Kamera: Louis Larsen

Mit: Gunnar Tolnæs (Avanti Planetaros), Zanny Petersen (Corona, Avantis Schwester), Nicolai Neiiendam (Prof. Planetaros), Alf Blütecher (Dr. Krafft), Svend Kornbeck (David Dane), Philip Bech (Prinz der Weisheit), Frederik Jacobsen (Prof. Dubius), Lilly Jacobsson (Marya), Nils Asther (ein Marsbewohner)

81 Min., sw, DCP, Stummfilm, dän + e Zw’titel

Spieldaten
Di.,
30.1.2018
18:15
Stummfilm live begleitet von Stephen Horne