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The Goddess
(Shennü)
Wu Yong-gang (China 1934)

«Dieser vom 27-jährigen Wu Yong-gang geschriebene, inszenierte und ausgestattete Film gehört zu denen, die eine Neuschreibung der Filmgeschichtsbücher erfordern. Die an Garbo erinnernde Ruan Ling-yu spielt eine alleinstehende Mutter, die in die Prostitution (der Titel ist ein Euphemismus) getrieben wird, um die Schulbildung ihres jungen Sohns bezahlen zu können. All ihre Anstrengungen, sich einen Rest persönlicher Würde zu bewahren, scheitern an gesellschaftlicher Hypokrisie und an männlicher Misogynie. (…) Ganz ohne zu moralisieren und frei von Melodramatik, mit expressiver Kameraarbeit und Ausleuchtung, ist der sehr naturalistisch gespielte Film ein Werk von erstaunlicher Modernität.» (Tony Rayns, Time Out Film Guide)
«Dieser Film benutzt die Prostitution als Symbol der Unterdrückung und ungerechten Behandlung. Er gilt als einer der Klassiker des chinesischen Stummfilms und hält jedem Vergleich mit den besten zeitgenössischen westlichen Filmen stand.» (Yingjin Zhang/Zhiwei Xiao: Encyclopedia of Chinese Film, Routledge 1998)
«China war 1934, als The Goddess in Shanghai produziert wurde, eine gebrochene Nation, die an den Auswirkungen eines langjährigen Bürgerkriegs litt. (…) Trotz diesen Belastungen gab es in Chinas städtischen Zentren, besonders in Shanghai, einen Filmfimmel. (…) The Goddess wurde gedreht zu einer Zeit, die geprägt war von grossen Umwälzungen in Chinas Filmindustrie, von politischer Instabilität in China und von Turbulenzen im Privatleben seines Stars. Während der Kulturrevolution wurde er von den chinesischen Filmhistorikern als dekadent abgetan. Doch all diese Umstände trugen nur zum geheimnisvollen Nimbus bei, den der Film im Lauf der Jahre bekam, und The Goddess hat den ihm gebührenden wichtigen Platz in Chinas Filmgeschichte wiedererlangt.» (San Francisco Silent Film Festival 2004)

Drehbuch: Wu Yong-gang
Kamera: Hong Wei-lie

Mit: Ruan Ling-yu (die «Göttin»), Zhang Zhi-zhi (der Gangster), Li Keng (der Sohn), Li Jun-pan (der Schulleiter)

84 Min., sw, DCP, Stummfilm, chin + e Zw'titel

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Di.,
9.1.2018
18:15
Stummfilm mit Alexander Schiwow am Flügel