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Jackie Brown
Quentin Tarantino (USA 1997)

Die in die Jahre gekommene Stewardess Jackie Brown arbeitet für eine Billig-Airline. Um ihr spärliches Gehalt aufzubessern, schmuggelt sie für den Waffenhändler Ordell Robbie Geld über die mexikanische Grenze. Als ihr die Polizei auf die Schliche kommt und sie als Lockvogel zur Überführung Robbies einsetzen will, plant Jackie beide Parteien zu überlisten, um selbst ans grosse Geld zu kommen.
Nach Reservoir Dogs und Pulp Fiction waren die Erwartungen an Quentin Tarantinos dritten Wurf entsprechend gross. Der Regisseur scheint damit zu spielen, wenn er die Handlung bewusst entschleunigt, die Gewalt zügelt und Robert De Niro als faulen, zugedröhnten Ex-Häftling gegen den Strich besetzt. Gleichzeitig beginnt mit der ersten Einstellung das von ihm gewohnte Zitierspiel: Die Kamera folgt Jackie Brown auf der Rolltreppe, wie sie es 30 Jahre zuvor bei Benjamin Braddock in The Graduate tat. Dennoch lässt sich Tarantinos Kino-Universum nicht alleine auf die selbstreferenziellen Verweise reduzieren. Jackie Brown besticht durch die für Tarantino typischen, präzise gezeichneten Figuren und lotet die Möglichkeiten des filmischen Erzählens aus, wenn er den Höhepunkt der Handlung aus drei unterschiedlichen Perspektiven zeigt. (mk)
«Dieser Film beweist, dass Tarantino ein echtes Talent ist und nicht nur ein Zwei-Filme-Wunderkind. Jackie Brown ist keine Kopie seiner vorherigen Filme, sondern besticht durch einen neuen Stil und schwört die Magie von Elmore Leonards Vorlage herauf. In einer Sequenz diskutieren Robert De Niro und Bridget Fonda über ein Foto an der Wand, und es ist so perfekt geschrieben, getaktet und gespielt, dass ich spontan applaudierte. (…) Man geniesst jeden Moment von Jackie Brown. Wer sagt, der Film sei zu lang, hat eine kinematische Aufmerksamkeitsstörung. Ich wollte, dass die Figuren stundenlang reden, betrügen und intrigieren.» (Roger Ebert, Chicago Sun-Times, 24.12.1997)

Drehbuch: Quentin Tarantino, nach dem Roman «Rum Punch» von Elmore Leonard
Kamera: Guillermo Navarro
Schnitt: Sally Menke

Mit: Pam Grier (Jackie Brown), Samuel L. Jackson (Ordell Robbie), Robert Forster (Max Cherry), Bridget Fonda (Melanie Ralston), Michael Keaton (Ray Nicolette), Robert De Niro (Louis Gara), Michael Bowen (Mark Dargus), Chris Tucker (Beaumont Livingston)

154 Min., Farbe, 35 mm, E/d/f

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Mo.,
4.12.2017
18:00
Mi.,
6.12.2017
20:30
Do.,
7.12.2017
15:00