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Days of Being Wild
(Ah fei zing zyun)
Wong Kar-wai (Hongkong 1990)

«Im Mittelpunkt des erotischen Reigens steht ein verwöhnter junger Playboy, der die Zeit lustlos in sexuellen Abenteuern totschlägt. Dabei lernt er auch die Verkäuferin Su Li-zhen kennen. Ohne Eltern bei einer Prostituierten aufgewachsen, ist er besessen von dem Wunsch, seine Mutter zu treffen. Als er erfährt, dass er das illegitime Kind einer vornehmen Dame aus Manila ist, sucht er seine Mutter auf. Ihre Weigerung, den Sohn zu empfangen, führt zu seinem gewaltsamen Tod. Die verzweifelte Su Li-zhen verbringt zur selben Zeit eine regnerische Nacht mit einem Polizisten. In seinem zweiten Film treibt Wong Kar-wai die Poetisierung der Wirklichkeit auf die Spitze, jeder Realismus ist aus den Bildern vertrieben. In der Einheit von Christopher Doyles expressionistischer Kameraarbeit und einem raffiniert gewobenen musikalischen Geräuschteppich ist Wongs Stil zur Perfektion gereift.» (Programmheft Xenix, Jan. 2005)

«Alltagssplitter aus der Geschichte unmöglicher Lieben, repetitiv wie bei Hou Hsiao-hsien, halluzinierend hermetisch wie bei Terence Davies. Das besessene Leitmotiv: Einsamkeit. Ein sanfter Film über das Scheitern, Kino, das sich beim Sterben zusieht. Sieben Schicksale, sublim ineinander verwoben, verschachtelt, verschlungen. Days of Being Wild erträumt das Jahr 1960 in Hongkong. Der Film hält den Atem an, um zu spüren, wie lange ein Augenblick zu dauern vermag. Etwa: der Augenblick ‹eine Minute vor drei›. Eine Obsession, die auch die des Protagonisten ist: Er sucht nach seiner Herkunft, als könnte er in ihr oder in den Sekunden vor drei Uhr den Sinn seiner todessehnsüchtigen Existenz finden. Auch die anderen Personen tauchen immer wieder in die Vergangenheit zurück oder werden von ihr heimgesucht. Ihre Sehnsüchte gelten anderen Orten: Manila, Macao, Amerika. Zeit und Raum lösen sich auf ins Ungewisse, und am Ende des Films wartet der Tod.» (Harry Tomicek , Filmmuseum Wien, Dez. 2013)

Courtesy of Media Asia International Distribution

Drehbuch: Wong Kar-wai
Kamera: Christopher Doyle, Peter Ngor Chi-kwan, Andrew Lau Wai-keung
Musik: Chan Ming-diy, Leurona-Lombardo Oflyne
Schnitt: Patrick Tam Kar-ming, Hai Kit-wai

Mit: Leslie Cheung Kwok-wing (Yuddy), Andy Lau Tak-wah (Tide, ein Polizist), Maggie Cheung Man-yuk (Su Li-zhen), Carina Lau Ka-ling (Fung-ying), Jacky Cheung Hok-yau (Sab, Yuddys Kumpel), Rebecca Pan Tik-hua (Rebecca), Tony Leung Chiu-wai (ein Spieler)

94 Min., Farbe, 35 mm, OV/d

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Mo.,
31.7.2017
20:45
Do.,
3.8.2017
18:15