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Bäckerei Zürrer
Kurt Früh (Schweiz 1957)

Der alte Bäcker Zürrer ist enttäuscht über den Werdegang seiner Kinder und bricht mit ihnen. Verbittert und allein verlässt er seine geliebte Bäckerei.
Neben dem eindringlichen Emil Hegetschweiler spielt die Zürcher Langstrasse die zweite Hauptrolle: Der Film «sollte das Porträt der Lieblingsstrasse meiner Jugend sein, der Langstrasse in Zürich. Dort hoffte ich Bilder zu finden, wie sie mich am poetischen Realismus eines De Sica so fasziniert hatten. Auch der frühe Fellini stand Pate. Noch ein Film sei erwähnt: Il ferroviere von Germi, welcher dann der Bäckerei Zürrer in einem solchen Masse Vorbild wurde, dass die Kritik es merkte.» (Kurt Früh, Rückblenden, 1975)
«Was die Kamera zusammen mit der im Übrigen ausgezeichneten Regie aus den Darstellern herausholt, grenzt zuweilen ans Unwahrscheinliche: Hegis Charakterkopf scheint manchmal eher einer Tolstoi-Gestalt als einem Bäcker an der Langstrasse anzugehören – und Peter Brogle (als sein Sohn; Anm. d. Red.) bewegt sich in manchen Sequenzen so eindrücklich, als sei er direkt aus einem heroischen französischen oder italienischen Streifen voller dramatischer Explosiv- und Lebenskraft übernommen worden.» (Die Tat, 1.10.1957, zit. in: Felix Aeppli, Der Schweizer Film 1929‒1964, 1981)
«Auf den ersten Blick reiht sich das Werk in die Kategorie der von der Gloria propagierten ‹Kleinbürgerfilme› (…). Sehr bald aber werden wir gewahr, dass die Konflikte hier klar in einer sozialen und psychologischen Wirklichkeit wurzeln. Das Dekor ist real, geografisch präzis, kein bequemes ‹Irgendwo›. Der siebzigjährige Patriarch im Mittelpunkt des Dramas ist eine Art trockener, verkalkter, egozentrischer ‹bürgerlicher Lear›, blind für die Qualitäten, Wünsche und Schwächen seiner Kinder. (…) Dieses Porträt eines eigen- und rachsüchtigen Alten, der den Anschluss an die Zeit verloren hat und seine fixen Ideen mit Zwang durchstiert, hat mit der billigen Anbiederung eines Polizischt Wäckerli nichts mehr gemein.» (Hervé Dumont, Geschichte des Schweizer Films, 1987)

Drehbuch: Kurt Früh
Kamera: Georges C. Stilly
Musik: Walter Baumgartner
Schnitt: René Martinet

Mit: Emil Hegetschweiler (Bäckermeister Zürrer), Peter Brogle (Heini Zürrer), Margrit Winter (Trudi Zürrer), Ettore Cella (Renzo Pizzani), Walter Morath (Richard Zürrer), Ursula Kopp (Gina Pizzani), François Simon (Marcel Piboulot), Armin Schweizer (Fink), Max Werner Lenz (Kipper), Max Haufler (der Dicke), Ellen Widmann (Wirtin), Helen Vita (Chanteuse)

105 Min., sw, Digital SD, Dialekt/d, wahlweise mit Audiodeskription, ab 12 Jahren

Vorfilm

(CH 1957)


10 Min., sw, Digital HD, D/Dial

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Mo,
22.5.2017
18:15
Mi,
31.5.2017
20:45
Fr,
2.6.2017
15:00