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Geld und Geist
Franz Schnyder (Schweiz 1964)

Der Bauer Christen lässt sich zu einer Spekulation mit Mündelgeldern verleiten, verliert das Geld und muss den Schaden wiedergutmachen. Das führt zum Zerwürfnis mit seiner Frau Änneli, unter dem auch die Söhne Resli und Christeli und die Tochter Annelisi leiden. Resli verliebt sich in Anne-Mareili, die Tochter des Dorngrütbauern, aber dieser will, dass das Mädchen den reichen Witwer Kellerjoggi heiratet. Um den Preis für seine Tochter in die Höhe zu treiben, fordert der Dorngrütbauer von Resli eine absurd hohe «männliche Mitgift». Anne-Mareili aber will sich nicht verschachern lassen.
«(Im Jahr der Expo hat) Franz Schnyder mit Geld und Geist in seiner ihm eigenen Art zu der brisant gewordenen schweizerischen Gewissensbefragung beitragen wollen: Das war für jeden klar, der 1964 sehen wollte. Das Thema vom Verfall einer bäuerlichen Familie, deren Zusammenhang und gegenseitige Achtung und Liebe am Geld zerbrechen, war – versteht man es im übertragenen Sinn und löst man es aus dem Milieu einer Landwirtschaft um die Jahrhundertwende – durchaus ein Thema, mit welchem sich eine Perspektive auf unsere eigene Zeit öffnen liess. (...) Im Werk von Jeremias Gotthelf nahm Franz Schnyder eine noch längst nicht überholte und tatsächlich nie auch überholbare Aktualität wahr. Eine Aktualität, durch welche sich eine kritische Haltung gegenüber der hemmungslos vorangetriebenen Entwicklung unseres Landes in eine Gesellschaft der totalen Industrialisierung und Kommerzialisierung, der Zerstörung von Umwelt durch deren ausbeuterische wirtschaftliche Nutzung und der Entfremdung der Menschen durch deren Funktionalisierung und Vermassung ausdrücken lassen würde.» (Martin Schlappner, in: Vergangenheit und Gegenwart des Schweizer Films 1896–1987, Schweizerisches Filmzentrum 1987)

Drehbuch: Franz Schnyder, Richard Schweizer, nach dem Roman «Geld und Geist oder Die Versöhnung» von Jeremias Gotthelf
Kamera: Konstantin Tschet
Musik: Robert Blum
Schnitt: Anne-Marie Demmer

Mit: Margrit Winter (Änneli), Erwin Kohlund (Christen), Peter Arens (Resli), Fritz Nydegger (Christeli), Verena Hallau (Annelisi), Max Haufler (Dorngrütbauer), Margrit Rainer (Dorngrütbäuerin), Elisabeth Berger (Anne-Mareili), Ruedi Walter (Kellerjoggi)

102 Min., Farbe, Digital HD, Dialekt/d, wahlweise mit Audiodeskription

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Mi.,
21.6.2017
18:15
So.,
25.6.2017
15:00
Fr.,
30.6.2017
20:45