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What Time Is It There?
(Ni na bian ji dian)
Tsai Ming-liang (Taiwan/Frankreich 2001)

Der junge Hsiao-kang verkauft in den Strassen von Taipeh Armbanduhren. Die schöne Shiang-chyi will aber keine Uhr aus dem Schaukasten, sondern luchst Hsiao-kang seine eigene ab. Diese zeigt nämlich zwei verschiedene Zeiten an, und Shiang-chyi ist dabei, nach Paris zu ziehen. Der einsame Hsiao-kang, dessen Vater unlängst gestorben ist (seine Mutter meint, die Seele ihres Gatten sei in Hsiao-kangs Aquariumfisch gewandert), sehnt sich bald nach Shiang-chyi und fängt an, alle Uhren in der Umgebung auf Pariser Zeit umzustellen. In Paris wiederum fühlt sich Shiang-chyi erst mal fremd und allein. Doch während Hsiao-kang sich in Taipeh Truffauts Les quatre cents coups ansieht, begegnet Shiang-chyi auf einem Pariser Friedhof dem alternden Hauptdarsteller Jean-Pierre Léaud ...
«Tsais Werk ist immer komisch und immer traurig, nie nur das eine oder das andere. (...) Nichts ist komischer als unerwiderte Liebe. Nichts ist trauriger als unerwiderte Liebe. Es ist eigentlich nichts Tragisches an zwei Menschen, die keine Beziehung haben, nachdem sie nur zwei unbedeutende Gespräche geführt haben. Aber es ist auch nichts Hoffnungsvolles an zwei Menschen, die so beziehungslos sind, dass es keine Rolle spielt, in welcher Stadt sie sich befinden. Wenn Hsiao-kang alle Uhren umstellt, ist das eine grosse romantische Geste oder ein peinlicher Fimmel? Was ist deprimierender: dass die Mutter meint, die Seele ihres Mannes stecke im Fisch, oder dass der Fisch der einzige Vertraute ihres Sohnes ist? Ein Film, der uns dazu bewegt, solche Fragen zu stellen, ist sehenswert. Ein Film, der meint, die Antworten darauf zu kennen, ist bemitleidenswert. Die meisten Filme wissen gar nicht, dass es solche Fragen gibt.» (Roger Ebert, Chicago Sun-Times, 1.3.2002)

Drehbuch: Tsai Ming-liang, Yang Pi-ying
Kamera: Benoît Delhomme
Schnitt: Chen Shen-Chang

Mit: Lee Kang-sheng (Hsiao-kang), Chen Shiang-chyi (Shiang-chyi), Lu Yi-Ching (Mutter), Miao Tien (Vater), Cecilia Yip (Frau in Paris), Chen Chao-jung (Mann in Metrostation), Tsai Guei (Prostituierte), Jean-Pierre Léaud (Jean-Pierre/Mann auf dem Friedhof)

116 Min., Farbe, 35 mm, OV/d/f

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
So.,
2.4.2017
15:00
Fr.,
7.4.2017
18:15
Mo.,
17.4.2017
20:45