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The Hunchback of Notre Dame
Wallace Worsley (USA 1923)

Bemühte sich das französische Kino im Umgang mit einem der grössten Schriftsteller des Landes um Werktreue (siehe Les Misérables), ging Hollywood den entgegengesetzten Weg: Um keine Urheberrechte einholen zu müssen und im Bestreben, Hugo dem Geschmack eines breiten US-Publikums anzunähern, nahmen sich die Drehbuchautoren dieser Verfilmung von «Notre-Dame de Paris» grosse Freiheiten. Der Film von 1923 stand lange Zeit im Schatten der William-Dieterle-Version (1939) und war kaum noch zu sehen. Er scheint nur in 16-mm-Kopien überlebt zu haben und ist nun digital restauriert worden.
«Der Kulturhistoriker Arnold Hauser prägte den Begriff ‹Kult der Gigantik› für Victor Hugos Prosastil und den Geschmack der Leserschaft im Second Empire. Er lässt sich auch auf die Universal-Produktion von 1923 anwenden. Wie es der Titel The Hunchback of Notre Dame suggeriert, hatte der Film zwei Hauptattraktionen: die beinahe im Massstab 1:1 nachgebaute Fassade der französischen Kathedrale (…) und Lon Chaney als Quasimodo, deren spektakulär verkrüppelten Glöckner. (…) Der Film ist vor allem eine Vitrine für Chaneys Spezialität der leidenden Kreatur.» (Jim Hoberman, New York Times, 3.4.2014)
«Victor Hugos grosse Tragödie über einen Buckligen und seine unerwiderte Liebe zu einer schönen Zigeunerin wurde von Universal zu einer 1½-Millionen-Dollar-Superproduktion adaptiert. Der Film ist kunstvoll gemacht, mit riesigen Sets von Paris im 15. Jahrhundert und einigen spektakulären Massenszenen, doch wird er völlig dominiert von Lon Chaneys sympathischem Porträt des grotesken Quasimodo.» (R. A. E. Pickard: Dictionary of 1000 Best Films, New York 1971)

Drehbuch: Edward T. Lowe, Perley Poore Sheehan, nach dem Roman «Notre-Dame de Paris» von Victor Hugo
Kamera: Robert Newhard
Schnitt: Edward Curtiss

Mit: Lon Chaney (Quasimodo), Patsy Ruth Miller (Esmeralda ), Norman Kerry (Phoebus), Kate Lester (Madame de Gondelaurier), Nigel De Brulier (Dom Claude), Brandon Hurst (Jehan), Tully Marshall (Louis XI), Raymond Hatton (Gringoire), Winifred Bryson (Fleur de Lys), Ernest Torrence (Clopin)

117 Min., tinted, DCP, Stummfilm, engl. Zw'titel

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Mo.,
18.1.2016
20:45
Stummfilm mit Live-Begleitung von Gabriel Thibaudeau, Günter A. Buchwald und Gerda Findeisen)