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Salò o le 120 giornate di Sodoma
Pier Paolo Pasolini (Italien/Frankreich 1975)

Italien im Jahre 1944: Vier Grossbürger, eingefleischte Nietzsche- und Baudelaire-Kenner, ziehen sich für einige Zeit auf ein Anwesen in der Republik Salò zurück und inszenieren terroristische Grausamkeitsrituale: Junge Frauen und Männer werden entführt und mit Hilfe von faschistischen Soldaten gefoltert und ermordet.
Salò o le 120 giornate di Sodoma, nach einem Romanfragment von de Sade, gilt bis heute als eines der umstrittensten Werke der Filmgeschichte: Wegen seiner offenen Darstellung von Vergewaltigung, Folter und Mord wurde er in vielen Ländern verboten. Pier Paolo Pasolini nahm mit diesem Film alle Kompromisse zurück, die er in seiner Karriere eingegangen war: Salò o le 120 giornate di Sodoma, die Vision des totalen sadistischen Terrors, ist bis heute ein «schwarzer Block im Herzen des europäischen Kinos» (Andreas Kilb). Schon die beiden Handlungsorte sind vielsagend: Salò, Mussolinis letzter Aufenthaltsort, und Marzabotto, wo die Nazis die Einwohner eines ganzen Dorfes ermordeten.
«Pasolini verlegt Salò o le 120 giornate di Sodoma in die letzten Tage des italienischen Faschismus. (...) In vier Teilen schildert Pasolini ausschliesslich Unmenschlichkeit. Der Einleitung folgen die Höllenkreise Dantes: der Kreis der Leidenschaft, der Scheisse und des Blutes. Monoton, abstossend, ohne jedes Mitleid und in starrer Symmetrie zeigt Pasolini eine bleiche, kalte Welt jenseits aller Tabus, die den letzten Reiz in sadistischer Ausübung von Macht findet. Er wirft der Welt den Fehdehandschuh hin: Jede Erwartungshaltung wird verneint, jede Hoffnung der früheren Filme ist begraben. In einem Pas de deux, der ebenso gut ein Totentanz sein könnte, bricht Salò o le 120 giornate di Sodoma ab. Beim Erscheinen des Films war sein Schöpfer bereits tot.» (Christoph Huber, Österreichisches Filmmuseum, 4/2008)

Drehbuch: Pier Paolo Pasolini, Sergio Citti, nach dem Romanfragment von Donatien Alphonse François Marquis de Sade
Kamera: Tonino Delli Colli
Schnitt: Nino Baragli

Mit: Paolo Bonacelli (Fürst Blangis), Umberto Paolo Quintavalle (seine Exzellenz Curval, Präsident des Berufungsgerichts), Sonia Saviange (Pianistin), Aldo Valletti (Präsident Durcet), Giorgio Cataldi (Bischof), Hélène Surgère (Signora Vaccari), Caterina Boratto (Signora Castelli), Elsa De Giorgi (Signora Maggi)

117 Min., Farbe, 35 mm, I/d/f Vortrag und Einführung von Klaus Theweleit zum Film auf www.pier-paolo-pasolini.de

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Mi.,
2.9.2015
18:00
Vorfilm: «Schweizer Filmwochenschau 1975»)
Mo.,
14.9.2015
18:15
Vorfilm: «Schweizer Filmwochenschau 1975»)
Mi.,
16.9.2015
20:45
Vorfilm: «Schweizer Filmwochenschau 1975»)