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Pierrot le fou
Jean-Luc Godard (Frankreich/Italien 1965)

Ein romantischer junger Mann nimmt eine Leiche in seiner Wohnung zum Anlass, aus der bürgerlichen Gesellschaft auszubrechen und sich dem Abenteuer der Freiheit zu überlassen.
Pierrot le fou ist ein Meilenstein unter Jean-Luc Godards grossen Werken sowie einer der Höhepunkte der Nouvelle Vague, ohne den Chantal Akerman nach eigener Aussage nie Regisseurin geworden wäre und dessen Einfluss Filmkritiker etwa noch in Wes Andersons Moonrise Kingdom (2012) festmachten.
«Pierrot le fou bildet eine Art Wendepunkt, denn er liegt in der Mitte zwischen dem experimentellen Schwung von Godard-Filmen wie À bout de souffle und Vivre sa vie und den hochpolitischen, zynischen und bitter-witzigen Werken wie Week-end. In Pierrot le fou finden sich Elemente von beidem, was ihn zum reichen Filmerlebnis macht. Und er ist von grosser visueller Schönheit. (...) Godards wunderbarer Kameramann Raoul Coutard drehte im Techniscope-Format – eine Verbeugung vor den grossen Hollywoodfilmen der 1950er und 1960er Jahre und deren handwerklichen Perfektion. (...) Die Kraft von Godards Bildern und seiner Satire ist mit der Zeit nicht geringer geworden, sondern hat eher an Bedeutung zugenommen.» (Ethan de Seife, in: 1001 Filme, Ed. Olms 2012)
«Vermutlich der schönste, kühnste, reichste Godard-Film, der Louis Aragon veranlasst hat zu schreiben: ‹Was ist Kunst? Ich kämpfe mit dieser Frage, seit ich Pierrot le fou gesehen habe.› Ein fulminant romantischer, berauschend labyrinthischer Abgesang auf Abenteuer-, Reise- oder Liebesfilme, der von Gewalt, Blut, Mord, dem Müll und den Lichtekstasen der Côte d’Azur, dem Traum der Freiheit, der schrecklichen Pracht des Rot-wie-Blut und der Farbe Blau handelt (Blau wie Sehnsucht, wie Meereshorizont). (...) Unter den 1000 Inserts, Tagebuchnotizen und Sentenzen dieses trunkenen Abenteuer-Kino-Schiffs findet sich auch ein nahezu gemeingefährlich romantischer Satz: ‹Nous sommes faits de rêves›.» (Harry Tomicek, Österreichisches Filmmuseum, 10/2011)

Drehbuch: Jean-Luc Godard, nach einem Roman von Lionel White
Kamera: Raoul Coutard
Musik: Antoine Duhamel
Schnitt: Françoise Collin

Mit: Jean-Paul Belmondo (Ferdinand Griffon), Anna Karina (Marianne Renoir), Graziella Galvani (Maria, Ferdinands Frau), Dirk Sanders (Fred, Mariannes «Bruder»), Jimmy Karoubi (Gangsterboss), Roger Dutoit (Gangster), Hans Meyer (Gangster), Raymond Devos (Mann am Hafen), Samuel Fuller (er selbst), Lászlo Szábó (politisch Verfolgter), Jean-Pierre Léaud (junger Mann im Kino)

110 Min., Farbe, 35 mm, F/d Chantal Akerman über Pierrot le fou

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Mo.,
6.7.2015
18:15
Vorfilm: «Schweizer Filmwochenschau 1965»)
Mi.,
8.7.2015
20:45
Vorfilm: «Schweizer Filmwochenschau 1965»)
So.,
12.7.2015
15:30
Vorfilm: «Schweizer Filmwochenschau 1965»)
Mi.,
5.8.2015
21:00
Vorfilm: «Schweizer Filmwochenschau 1965»)