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Welfare
Frederick Wiseman (USA 1975)

«Wisemans schonungslose ‹vérité›-Kamera nimmt uns mit in ein New Yorker Sozialhilfebüro, wo Amerikas Opfer (aller Rassen, Altersstufen und Gemütsverfassungen) ihr Elend vorführen, um genügend Geld zum Überleben zu erhalten. Der Film wirft einen scharfen Blick auf die erschöpften, melancholischen und wütenden Gesichter von Sozialarbeitern und Klienten. Beide Gruppen sind verstrickt in einem grausamen, herzlosen System, in dem die Kernfrage lautet, wer verantwortlich ist, die Philosophie des Fatalismus dominiert und ein allgemeines Klima von beengendem Chaos herrscht. Wiseman vermeidet einfache Stereotypen: Seine Beamten sind nicht gefühllose Schurken und die Klientinnen nicht Angehörige einer heldenhaften, politisch denkenden Masse. Manche Mitglieder dieses Zentrums versuchen, die entmenschlichende Bürokratie zu lindern, kämpfen angesichts der Hoffnungslosigkeit der Institution aber gegen Windmühlen. Der Film wird nie parteiisch oder sentimental und spitzt auch nichts zu, doch als Ganzes macht er so wütend, dass man nach der Demontage des ganzen Systems der Sozialhilfe (oder des Kapitalismus?) schreit.» (Leonard Quart, Time Out Film Guide)

Kamera: William Brayne
Schnitt: Frederick Wiseman

167 Min., sw, Digital SD, E/d

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Mi.,
15.4.2015
19:00
in Anwesenheit des Regisseurs)
Fr.,
24.4.2015
15:00