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Il ladro di bambini
Gianni Amelio (Italien/Frankreich/Schweiz 1992)

Der junge, in Mailand stationierte Carabiniere Antonio erhält den Auftrag, ein elfjähriges Mädchen, das von der eigenen Mutter zur Prostitution gezwungen wurde, und dessen zwei Jahre jüngeren Bruder nach Rom in ein Kinderheim bringen. Dort werden die Kinder allerdings unter fadenscheinigen Vorwänden abgewiesen – Antonio soll jetzt die Kinder in einem anderen Ort auf Sizilien unterbringen.
«Ohne jeden Anflug von verfälschender (Melo-)Dramatik zeichnet Gianni Amelio leise und distanziert, stets aber aufmerksam und einfühlsam ein unendlich trauriges Bild seines Heimatlandes. (…) Die erzählerische Nähe zum italienischen Neorealismus ist unübersehbar. Wie Rossellini, De Sica und Visconti nimmt auch Amelio einen scheinbar neutralen Blick auf die Wirklichkeit ein und beschreibt die ‹Wahrheit des Augenblicks›. (…) Das Wunderbare, das Amelio zu bieten hat, liegt in den Details, in Nischen, die aus Achtlosigkeit längst übersehen werden und nur noch von der aufmerksamen Kamera eingefangen werden.» (Hans Helmut Prinzler, Filmklassiker, Reclam 1995)
«Der Film ist ein Roadmovie: Die Menschen und Erfahrungen, die sie unterwegs machen, sind Teil der ‹Bildung› Antonios und der Kinder. Was sie durch das Autofenster sehen, ist ein Querschnitt durch das moderne Italien. Doch was im Auto drin passiert, ist noch wichtiger: Antonio lernt, die Kinder zu lieben, – und die Kinder lernen, zum ersten Mal in ihrem Leben einem Erwachsenen zu vertrauen. (…) Dies ist ein Film prall mit der Spontanität des Lebens – ihn zu sehen ist wie die Geschichte selbst zu erleben.» (Roger Ebert, Chicago Sun-Times, 23.4.1993)

Drehbuch: Gianni Amelio
Kamera: Tonino Nardi, Renato Tafuri
Musik: Franco Piersanti
Schnitt: Simona Paggi

Mit: Enrico Lo Verso (Antonio), Valentina Scalici (Rosetta), Giuseppe Ieracitano (Luciano), Florence Darel (Martine), Fabio Alessandrini (Grignani), Agostino Zumbo (Priester), Marina Golovine (Nathalie), Massimo De Lorenzo (Papaleo), Vincenzo Peluso, Santo Santonocito (Carabinieri), Vitalba Andrea (Antonios Schwester), Maria Pia Di Giovanni (Mutter von Rosetta und Luciano)

114 Min., Farbe, 35 mm, I/d/f

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Sa.,
22.12.2012
15:00
Mi.,
26.12.2012
20:45
So.,
30.12.2012
18:15