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Wie in einem Spiegel
(Såsom i en spegel)
Ingmar Bergman (Schweden 1960)

Der erste Film, den Bergman auf der Insel Fårö drehte, seinem späteren Refugium und Schauplatz mehrerer weiterer Filme, bildet den Auftakt zu einer «Glaubenstrilogie», deren Kern das Schweigen Gottes beziehungsweise die metaphysische Obdachlosigkeit der Figuren bildet. Eine von Schizophrenie bedrohte junge Frau erholt sich gemeinsam mit ihrem Ehemann, ihrem jüngeren Bruder und ihrem Vater von einem Klinikaufenthalt, wird nach einer verhängnisvollen Entdeckung aber von neuen Krankheitsschüben heimgesucht. Sie hört Stimmen, die ihr die Offenbarung Gottes ankünden, erlebt die Gottesbegegnung aber als Heimsuchung durch eine monströse Spinne. Gegenpol zu dieser Desillusionierung ist die Figur des Vaters, eines Schriftstellers, der die Krankheit seiner Tochter anfänglich noch eiskalt literarisch verwerten will, in der Liebe zu ihr dann aber Gott zu erkennen glaubt. Zwischen diesen beiden Exponenten von Bergmans theologischen Zweifeln kämpfen der Ehemann und der jüngere Bruder um die Zuneigung ihrer persönlichen Götter, der Frau beziehungsweise des Vaters. Erst in den letzten Szenen mündet diese modellhafte Konstellation in einige thesenhafte Momente; davor gelingen Bergman dank seinem gewohnt starken Ensemble Szenen von schillernder Ambiguität, vor allem jene zwischen den beiden Geschwistern. (afu) – Weitere Teile der Trilogie: Abendmahlsgäste und Das Schweigen.

Drehbuch: Ingmar Bergman
Kamera: Sven Nykvist
Musik: Johann Sebastian Bach
Schnitt: Ulla Ryghe

Mit: Harriet Andersson (Karin), Max von Sydow (Martin), Gunnar Björnstrand (David), Lars Passgård (Fredrik, genannt Minus)

91 Min., sw, 35 mm, Schwed/d/f

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Fr.,
9.2.2007
15:00
Sa.,
10.2.2007
18:15
Mo.,
12.2.2007
20:45