Wie im Dokumentarfilm La mort du prophète (in Anwesenheit des Regisseurs 1991 im cinemafrica-Programm) und dem Spielfilm Lumumba widmet sich der in Haiti geborene Raoul Peck erneut der jüngeren Geschichte Afrikas. Hintergrund ist der Völkermord in Ruanda. Die Massaker, begangen von Hutu-Milizen an Tutsis und moderaten Angehörigen ihres eigenen Volkes, beginnen am Morgen des 7. April 1994, nachdem in der Nacht zuvor das Flugzeug des Hutu-Präsidenten Habyarimana beim Landeanflug auf die Hauptstadt Kigali abgeschossen worden ist. Augustin Muganza ist Hutu-Soldat. Gemeinsam mit seinem Kameraden Xavier entzieht er sich der militärischen Führung, um seine Frau, eine Tutsi, und seine Kinder in Sicherheit zu bringen. Doch er kann nicht mehr zu ihnen gelangen und wird festgenommen. Was aus seiner Familie wird, erfährt er nicht, aber er muss das Schlimmste befürchten. Zehn Jahre später will er einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen und mit seiner Freundin Martine ein neues Leben beginnen. Zu zweit besuchen sie das UN-Tribunal in Arusha, wo sich Augustins Bruder für die aufhetzerische Rolle, die er und andere Journalisten in diesem verheerenden Bruderkrieg spielten, vor einer Wahrheitsfindungskommission verantworten muss.
Drehbuch: Raoul Peck
Kamera: Éric Guichard
Musik: Bruno Coulais
Schnitt: Jacques Comets
Mit: Idris Elba (Augustin), Carole Karemera (Jeanne), Pamela Nomvete (Martine), Debra Winger (Prudence Bushnell), Hubert Koundé (Father Salomon)
139 Min., Farbe, 35 mm, E/d