Nur 27-jährig war Isabelle Eberhardt, als sie 1904 in Aïn Sefra, einer kleinen Stadt in Algerien, starb. Die Lebensgeschichte dieser ausserehelichen Tochter einer russischen Generalswitwe ist faszinierend. Aufgewachsen in einer Villa in Genf, spricht sie, die von ihrem Vater zuhause unterrichtet wird, schon als junges Mädchen zahlreiche Sprachen, liest den Koran im Originaltext, ist literarisch und philosophisch gebildet. Sie knüpft Kontakte zu berühmten Arabisten, verkehrt in Kreisen des armenischen Widerstands und des russischen Anarchismus. Zwanzigjährig reist sie zum ersten Mal nach Algerien, wo sie sich zum Islam bekennt. Um sich frei bewegen zu können, trägt sie arabische Männerkleidung. Ihre Reisen zu Pferd durch das von Frankreich unterdrückte Land, ihre Begegnungen mit Kolonialbeamten und Militärs, aber auch mit Vagabunden und Sträflingen, hält sie in Aufzeichnungen und Erzählungen fest.
In ihrem Portraitfilm versucht die junge tunesische Autorin und Regisseurin Raja Amari den Legenden, die sich um die vielschichtige Persönlichkeit Isabelle Eberhardts gewoben haben, auf die Spur zu kommen.
Drehbuch: Raja Amari
Kamera: Diane Baratier
Schnitt: Pierre Haberer
58 Min., Video, Arab/F/e