Der 2005 mit dem grossen Preis des Festivals von Fribourg ausgezeichnete Spielfilm La nuit de la vérité handelt vom Versöhnungsprozess in einem fiktiven westafrikanischen Land, in dem die Wunden der Bürgerkriegsgräuel noch längst nicht verheilt sind. Die Nayak, wie die Autorin und Regisseurin den Stamm des Präsidenten benennt, und die Bonande, Rebellen unter dem Befehl von Colonel Théo, bereiten eine Feier anlässlich der soeben unterzeichneten Friedensverträge vor. Aber der Präsidentengattin gelingt es nicht, sich von den Gespenstern der Vergangenheit zu lösen. Ihr Sohn wurde während den Kriegswirren grausam getötet, und ihr Schmerz vermischt sich mit dem verzehrenden Wunsch nach Rache.
Fanta Régina Nacro, dem cinemafrica-Stammpublikum durch mehrere humorvolle Kurzfilme bekannt, hat sich mit ihrem ersten Langspielfilm an ein schwieriges Thema gewagt. Mit Überzeugung verteidigt sie in ihrem als klassische Tragödie angelegten Werk die Idee einer Versöhnung zwischen den Völkern.
Drehbuch: Fanta Régina Nacro
Kamera: Nara Keo Kosal
Musik: Sami Rama
Schnitt: Andrée Davanture
Mit: Rasmane Ouédraogo (Tomoto), Moussa Cissé (Colonel Théo), Adama Ouédraogo (Président)
100 Min., Farbe, 35 mm, OV/e