Einführung und anschl. Filmgespräch mit Kevin B. Lee, auf Englisch; Moderation: Volker Pantenburg, ca. 30'
Kevin B. Lee ist einer der Pioniere des Video-Essays und Mitbegründer des «Desktop-Films», bei dem die Oberfläche des Computerbildschirms zum zentralen Schauplatz von Recherche, Handlung und filmischer Analyse wird. Seit 2022 ist er «Locarno Film Festival Professor for the Future of Cinema and Audiovisual Arts» an der Università della Svizzera italiana in Lugano und war 2016 der erste Fellow des Harun Farocki Instituts Berlin. Sein Werk steht in engem Austausch mit den Werken Harun Farockis und greift viele der bild- und medienkritischen Impulse von dessen Arbeit auf.
In Afterlives (2025), Lees erstem abendfüllenden Desktop-Film, wendet sich der Filmemacher dem Wechselverhältnis von Bildern und Gewalt anhand von IS-Propagandavideos zu. Die Fragen sind von Farocki inspiriert: Wie kann man sich Bildern des Terrors kritisch nähern, ohne ihre toxischen Inhalte ungewollt zu verstärken? Von welcher Position aus lassen sie sich wirksam analysieren und gegen ihre Absicht wenden? Im Hin und Her zwischen Online-Umgebungen und Dialogen mit Forschern, zwischen Museumsartefakten und KI-Bildern und inspiriert von der Figur der Medusa bietet Lees Film Orientierung für die komplizierte Navigation durch die heutigen On- und Offline-Bildwelten. (vp)
Drehbuch: Kevin B. Lee
Kamera: Ginan Seidl
Musik: Tadklimp, Maya Shenfeld
Schnitt: Janina Herhoffer, Kevin B. Lee
88 Min., Farbe, DCP, E/d
Harun Farocki: Presented (2018) ist einer von drei kurzen Video-Essays für das Goethe-Institut, die sich explizit mit Farockis Werk befassen. Entlang den Auftritten des Filmemachers in seinen Filmen entwickelt Lee eine Taxonomie unterschiedlicher Formen der Autorschaft. Welches kritische Potenzial liegt darin, den eigenen Rechercheprozess auf der Leinwand sichtbar zu machen? Wie kann der eigene Körper als kinematografisches und analytisches Werkzeug eingesetzt werden? (vp)
11 Min., Farbe, Digital HD, E