Gespräch zwischen der Filmwissenschaftlerin Renata Helker und dem Filmemacher Christoph Hochhäusler, 60'
Im Anschluss an MARNIE
Formal auf Augenhöhe mit Vertigo, Psycho und The Birds, aber unter den Meisterwerken in Hitchcocks Spätwerk vergleichsweise unbekannt, verstört Marnie in der Art, wie direkt hier die Obsessionen des Regisseurs zu Tage treten. Die Berliner Filmwissenschaftlerin Renata Helker und der Filmemacher Christoph Hochhäusler im Gespräch über die Frage, welche «verbotenen» Übergänge zwischen Traum und Trauma der Film ebnet und wer den Preis dafür zahlt.
Zum Film: «Marnie ist mit wechselnder Identität in diversen Firmen unterwegs, um ihre kleptomanischen Bedürfnisse auszuleben. Ihr Vorgehen ist dabei immer dasselbe: Sie lässt sich als Sekretärin einstellen, bewährt sich als ehrliche Arbeitskraft und leert dann im geeigneten Augenblick den Firmensafe. Als ihr neuer Chef Mark Rutland sie dabei auf frischer Tat ertappt, zwingt er sie, seine Frau zu werden, um nicht von ihm angezeigt zu werden. Rutlands Interesse an der blonden, schönen und eiskalten Marnie setzt sich aus fetischistischer Bewunderung und dem seiner krankhaften Zuneigung entspringenden Bedürfnis zusammen, die Ursache für Marnies ‹Angewohnheiten› psychoanalytisch zu ergründen. In der Öffentlichkeit mimen Mark und Marnie ein glückliches Paar. Privat eskaliert die Situation allerdings bereits auf der Hochzeitsreise.» (Arte-Magazin, 22.11.2006)
Drehbuch: Jay Presson Allen, nach einem Roman von Winston Graham
Kamera: Robert Burks
Musik: Bernard Herrmann
Schnitt: George Tomasini
Mit: Tippi Hedren (Marnie Edgar), Sean Connery (Mark Rutland), Martin Gabel (Sidney Strutt), Diane Baker (Lil Mainwaring), Louise Latham (Bernice Edgar), Alan Napier (Mr. Rutland), Bob Sweeney (Cousin Bob), Henry Beckman (erster Detektiv), Edith Evanson (Rita, die Putzfrau), Mariette Hartley (Susan Clabon), Meg Wyllie (Mrs. Turpin), Alfred Hitchcock (Mann im Korridor)
130 Min., Farbe, DCP, E/d