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Adieu au langage (3D)
Jean-Luc Godard (Schweiz/Frankreich 2014)

«Eine Dreiecksgeschichte in 3D am Genfersee: Eine Frau geht fremd, ihr Mann dreht durch, ein Hund schwänzelt dem Ufer entlang, und weil’s so schön ist, erzählt uns Godard das Ganze gleich noch einmal. Auf der Tonspur wirft der Altmeister mit Zitaten grosser Autoren um sich und klemmt die Musik immer dann ab, wenn’s am schönsten ist. So weit also alles beim Alten. Und doch (…): Das intellektuelle Pathos des ewig Unverstandenen wirkt – wie im Titel angedeutet – weniger grimmig als auch schon und wird aufgelockert durch frivoles visuelles Experimentieren. Mit kindlicher Lust erforscht Godard die Grenzen seines neuen Spielzeugs: Er freut sich über das Bildrauschen billiger Interdiscount-Kameras, lässt diese Modelleisenbahn fahren und strapaziert unsere Augen weit über die Komfortzone hinaus. Warum, zum Beispiel, soll man immer beiden Augen dasselbe zeigen, wenn man dank 3D-Brille eine Schuss-Gegenschuss-Sequenz elegant übereinanderlegen kann? Je nachdem, welches Auge man öffnet, kann man selbst entscheiden, aus welcher Perspektive man die Szene verfolgen will. Gespielt wird freilich nicht nur um des Spielens willen. Es geht um nicht weniger als die Befreiung der dritten Dimension vom rigiden Korsett des Realismus, dem sie im kommerziellen Kino unterworfen ist. (…) Gleichzeitig überrascht er durch eine konsequente Reduktion der Mittel auf ein absolutes Minimum: Der Film hat mit siebzig Minuten nicht nur eine ideale Länge, gedreht haben Godard und sein Kameramann Fabrice Aragno meist zu zweit und fast ausschliesslich in und um des Meisters Haus am Genfersee.» (Xenix, März 2015)

Drehbuch: Jean-Luc Godard
Kamera: Fabrice Aragno

Mit: Héloïse Godet (Josette), Kamel Abdelli (Gédéon), Richard Chevallier (Marcus), Zoé Bruneau (Ivitch), Christian Gregori (Davidson), Jessica Erickson (Mary Shelley), Roxy Miéville (der Hund), Jean-Luc Godard (Erzähler)

70 Min., Farbe, DCP 3D, F/d

Vorfilm

Jean-Luc Godard, Fabrice Aragno (Schweiz 2012)

Vorbereitende 3D-Tests zu Adieu au langage

Drehbuch: Jean-Luc Godard, Fabrice Aragno
Kamera: Fabrice Aragno
Schnitt: Jean-Luc Godard

15 Min., Farbe, DCP 3D, F


Jean-Luc Godard (Portugal/Frankreich 2013)

«Jean-Luc Godard fügt mit Les trois désastres seinen Histoire(s) du cinéma ein 3D-Kapitel hinzu. Im Schatten seiner Höhle, getreu seinem kaleidoskopischen Zugang zur 7. Kunst, sammelt die Sphinx von Rolle Fragmente eines kollektiven, vom Vergessen bedrohten Gedächtnisses. Er spielt mit unseren Augäpfeln Billard, indem er die zweite Linse bewegt, die dem Bild seine Dreidimensionalität verleiht. Er grüsst Raoul Walsh und John Ford, die einäugigen Männer aus Hollywood, die sich nicht um 3D scherten. (…) Er stigmatisiert die Erfindung der Perspektive, ‹die Erbsünde der westlichen Malerei›. Er verkündet feierliche Gräuel: ‹Schreiben war eine Notwendigkeit, Drucken mehr als ein Vergnügen, das Digitale wird eine Diktatur sein.›» (Antoine Duplan, Le Temps, 30.3.2014)

Drehbuch: Jean-Luc Godard
Kamera: Fabrice Aragno
Schnitt: Jean-Luc Godard

17 Min., Farbe + sw, DCP 3D, F

Spieldaten
Do.,
10.12.2020
18:00
anschl. Gespräch mit Fabrice Aragno, enger Mitarbeiter von JLG und Kameramann seit Film Socialisme